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	<title>Dziuks KÃ¼che</title>
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	<pubDate>Sat, 31 Jul 2010 11:19:04 +0000</pubDate>
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		<title>newsticker&#8230;</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Jun 2010 23:00:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Küchenpersonal</dc:creator>
		
	<category>Aktuell</category>
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		<description><![CDATA[03.11.09.
&#8220;Das Magazin&#8221; zum Liederpreis 09&#8243;  (November-Ausgabe)
29.09.09.
&#8220;Shake it, Wolfgang&#8221; auf JubilÃ¤ums-CD des Rolling Stone  (Oktober-Ausgabe)
02.07.09.
Liederpreis 2009 fÃ¼r &#8220;Ein Regenlied&#8221;  Info
04.06.09.
Axel Prahl Ã¼ber Danny Dziuk  WDR (Juni 09)

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			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>03.11.09.</strong></p>
<p>&#8220;Das Magazin&#8221; zum Liederpreis 09&#8243;  <strong><a target="_blank" href="http://dziuks-kueche.de/presse/sowas-braucht-zeit.html">(November-Ausgabe)</a></strong></p>
<p><strong>29.09.09.</strong></p>
<p>&#8220;Shake it, Wolfgang&#8221; auf JubilÃ¤ums-CD des Rolling Stone  <strong><a target="_blank" href="http://www.rollingstone.de/news/article.php?article_file=1253875164.txt&#038;showtopic=Heft-CD%3Cbr%3E%3C/a%3E">(Oktober-Ausgabe)</a></strong></p>
<p><strong>02.07.09.</strong></p>
<p>Liederpreis 2009 fÃ¼r &#8220;Ein Regenlied&#8221;  <strong><a target="_blank" href="http://www.liederbestenliste.de/nachrichten32.html">Info</a></strong></p>
<p><strong>04.06.09.</strong></p>
<p>Axel Prahl Ã¼ber Danny Dziuk  <strong><a target="_blank" href="http://www.wdr.de/tv/westart/dienstag/sendungsbeitraege/2009/0602/prahl.jsp">WDR (Juni 09)</a></strong><!--76d25186c11e916d666cf86f726b237f--><!--ed965c0d4d05ee123215e1312ac09ab4-->
</p>
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		<title>Ein Anruf wegen Mitch, Trivial Persuit &#038; Rio revisited</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Mar 2010 22:34:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Danny Dziuk</dc:creator>
		
	<category>Sporadische Dauerkolumne</category>
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		<description><![CDATA[â€žWir mÃ¶gen mittlerweile nicht mehr in der Lage sein, auch nur ein paar gerade SÃ¤tze in der Garderobe oder sonstwo zu wechseln, aber wir sind jetzt nach 25 Konzerten vor allem in der Lage, heute abend eine gute Show auf die Bretter zu legen, und darum gehtÂ´s ja hier schlieÃŸlichâ€œ, sagte Mitch Ryder zu seinem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>â€žWir mÃ¶gen mittlerweile nicht mehr in der Lage sein, auch nur ein paar gerade SÃ¤tze in der Garderobe oder sonstwo zu wechseln, aber wir sind jetzt nach 25 Konzerten vor allem in der Lage, heute abend eine gute Show auf die Bretter zu legen, und darum gehtÂ´s ja hier schlieÃŸlichâ€œ, sagte Mitch Ryder zu seinem Publikum gestern am letzten Tourtag in SchÃ¶neiche bei Berlin Ã¼ber sich und seine Band Engerling. Bzw. auch Ã¼ber mich, denn die  letzten 12 Tage war ich als Aushilfe dabei, weil Boddi, der Keyboarder der Band, krank geworden war. </p>
<p>Hatte vorletzten Dienstag gegen 18 Uhr einen Anruf gekriegt, ob ich nicht deshalb am nÃ¤chsten Tag den Rest ihrer Tournee mitspielen kÃ¶nne&#8230; Mitch Ryder, Himmel!!! -<br />
Ich bat um 20 Minuten Bedenkzeit, raufte mir ein ein bisschen die Haare bzw. rannte ein paar WÃ¤nde rauf und runter, denn eigentlich hatte ich - ausgerechnet <em>gerade jetzt - gar</em> keine Zeit.<br />
Aber es handelte sich hier um einen meiner raren Helden aus den beschissenen 80ern (pardon), und so eine Gelegenheit wÃ¼rde sich mit Sicherheit so schnell nicht nochmal ergeben. Nach einer Viertelstunde beschloss ich also, alles andere liegen &#038; stehen zu lassen, rief zurÃ¼ck &#038; sagte zu. </p>
<p>Das nÃ¤chste, woran ich mich erinnere, ist die Abfahrtszeit gegen 8:30 Uhr am folgenden Morgen (hatte etwa 3 Std. lang geschlafen)&#8230; und dann versuche ich auf der RÃ¼ckbank eines VW-Busses (Nichtraucher!) auf der Fahrt von Berlin nach NÃ¼rnberg mithilfe eines CD-Spielers ein knapp 3-stÃ¼ndiges Programm zu lernen. 2 Sitze vor mir Mitch Ryder, aber keine Zeit (oder Gelegenheit oder beides), irgendwas zu sagen. Als wir dann abends in NÃ¼rnberg auf die BÃ¼hne gehen, bin ich mit meinen Notizen <em>fast</em> durch. Allerdings dann kaum in der Lage, ihnen auf der BÃ¼hne auch zu folgen, zumal auch die Keyboards nicht meine eigenen sind bzw. ich erstmal lernen muss, wie die Ã¼berhaupt funktionieren.<br />
Auch am nÃ¤chsten Tag gehe ich noch immer ein bisschen auf dem Zahnfleisch, aber am Tag darauf fÃ¤ngtÂ´s bereits an, SpaÃŸ zu machen, denn ich hab das Zeugs jetzt halbwegs im Griff &#038; bin entspannt genug, endlich auch dieser Stimme zuzuhÃ¶ren beim Spielen. </p>
<p>Ich weiÃŸ nicht, aus welchen tektonischen Schichten der Erde Herr Ryder diese Stimme hervorholt, aber es ist pure Lava, die da aus ihm herauskommt. Ich glaub, ich kÃ¶nnte diese Stimme  monatelang begleiten, ohne dass es mir auch nur eine Sekunde langweilig wÃ¼rde. Sie kann schreien, flÃ¼stern, streicheln, fluchen, drohen &#038; beiÃŸen wie eine Klapperschlange, die ganze Palette,  und behÃ¤lt dabei doch immer dieses eigentÃ¼mliche Timbre, das durch einen  durchgeht wie ein Messer durch Butter. Und vor allem kann sie - das Wichtigste ist man bei all dem fast geneigt zu vergessen - singen. </p>
<p>Und zwischendurch erklÃ¤rt der Mann dann noch verblÃ¼ffenderweise Ã¤uÃŸerst zuvorkommend &#038; vernÃ¼nftig in ein paar gut gewÃ¤hlten Worten dem Publikum z.B. historische ZusammenhÃ¤nge seiner Art von Stilistik. Oder macht sich sogar charmant zum Affen, indem er ein paar TÃ¤nzchen aus den roaring 60ties andeutet. Man merkt zwar jede Sekunde, dass er auch ganz anders kÃ¶nnte, aber wir habenÂ´s hier mit dem Ausnahmefall eines KÃ¼nstlers zu tun, der tatsÃ¤chlich aufrichtig eine Beziehung zu seinem Publikum sucht. Wie seltsam. </p>
<p>Also wie gesagt, der Mann ist ein Vulkan - und bewegt sich auf der BÃ¼hne, wie Vulkane das eben auch in der Regel zu tun pflegen: nÃ¤mlich fast gar nicht. Was bei ihm - wie auch immer - eine Aura von WÃ¼rde &#038; gelassener VirilitÃ¤t erzeugt. Auch das verblÃ¼ffend. Im Gegensatz dazu dann die fast femininen HÃ¤nde, mit denen er knapp hier &#038; da das ein oder andere Wort unterstreicht oder illustriert. Ein bisschen wie chinesisches Theater, woÂ´s auch drauf ankommt, sich mÃ¶glichst wenig zu bewegen, wodurch selbst kleinste Gesten plÃ¶tzlich eine ganz andere Bedeutung bekommen. </p>
<p>Ãœberhaupt ist der ganze Typ das Gegenteil von Gehampel oder Comedy-Quatsch, immer sofort auf dem Punkt, kurz angebunden &#038; mit einem leicht unwirschen &#038; ziemlich sarkastischen Sinn fÃ¼r Humor. Kein GeplÃ¤nkel, keine Gefangenen. Der wÃ¼rde so einen Nassforschling wie Oliver Pocher problemlos mit 2 NebensÃ¤tzen ungespitzt in den Boden rammen, wenn die beiden denn dieselbe Sprache sprÃ¤chen. Schade eigentlich. Andererseits wirdÂ´s zu dieser Begegnung eh nie kommen, &#038; insofern dann auch wieder egal. </p>
<p>So, und jetzt bin ich schlieÃŸlich wieder hier nach dieser kleinen Reise auf den Mond &#038; zurÃ¼ck, alles scheint beim alten, die Kneipen dieselben, die Leute &#038; GesprÃ¤chsthemen auch, nur bei mir selbst bin ich mir da nicht so sicher.  </p>
<p>SÃ¤ue werden durchs Dorf gejagt, Debatten vom Zaun bzw. aus ZeitgrÃ¼nden mittendrin wieder abgebrochen, denn es geht eh alles zu schnell bzw. deshalb auch erstmal darum, die Fresse mÃ¶glichst weit aufzureiÃŸen, egal womit (&#038; nach dem Prinzip: irgendwas wird schon hÃ¤ngen bleiben) und in der Zwischenzeit spielen wir alle Trivial Persuit. Horizontales &#038; ziemlich nutzloses BlÃ¶dwissen, man ahmt psychologisch Computer nach, die uns darin auf ewig &#038; zunehmend sowieso immer haushÃ¶her Ã¼berlegen sein werden.</p>
<p>Computer kÃ¶nnen nicht fÃ¼hlen, aber man kann sie gebrauchen. Das ist alles, jedenfalls fÃ¼r mich.  Sie beinhalten keine neue Philosophie oder irgendwas in der Richtung, sondern sind einfach nur etwas wie die Erfindung des Telefons. Sie Ã¤ndern nichts an grundsÃ¤tzlichen Konflikten von Menschen, sie gehen nicht in die Tiefe oder in irgendwelche HÃ¶hen, sie lÃ¶sen nichts von selber. Sie sind einfach nur horizontal gebrauchswertig. Wen die MÃ¶glichkeiten zu sehr berauschen, der vernachlÃ¤ssigt Inhalte oder die Vertikale, um im Bild zu bleiben.</p>
<p>Sicher sind die MÃ¶glichkeiten phantastisch, aber wozu? Man kann etwas Gutes oder etwas Schlechtes unter die Leute bringen (&#038; natÃ¼rlich alles dazwischen), nur mittlerweile halt in atemberaubender Geschwindigkeit und Potenz. Und geredet wird vor allem Ã¼ber Letzteres, wobei QualitÃ¤tskriterien auf der Strecke bleiben. Auch nur ansatzweise Ã¼ber Substanz zu reden, gilt zunehmend als unwichtig (denn das Medium ist  ja bereits die Substanz, haha), kÃ¶nnte einem ja auch Chancen verbauen, aber worauf eigentlich? - Nein, da haben wir lieber schÃ¶n die 3 Milliarden Fakten wie Zinnsoldaten einer unsichtbaren Armee gleichwertig nebeneinander stehen, und wer davon am meisten automatisch abrufen kann, wird MillionÃ¤r bei GÃ¼nther Jauch. Wobei diese Chance ja nun wirklich verschwindend gering ist.<br />
Keine gute Wette, wÃ¼rd ich sagen.   </p>
<p>Im Moment seh ich Ã¼berall Westernhagen an den WÃ¤nden: â€žWir haben die Schnauze vollâ€œ heiÃŸt seine neue Single. Wovon eigentlich? Von der Werbung, die er freiwillig fÃ¼r die Bildzeitung macht?  </p>
<p>Vor etwa 3 Monaten jetzt war ich ins Rio Reiser-Haus in Fresenhagen eingeladen, um mit Roman Kretschmer ein paar von Rios Liedern zu seinem Geburtstag spielen. Und auch ein paar von meinen. WÃ¤hrend ich da so gen Norden fuhr, hÃ¶rte ich im Autoradio eine Warnung nach der anderen vor dem â€žSturmtief Daisyâ€œ, weswegen man auch auf gar keinen Fall durch eben die Gegend fahren sollte, durch die ich gerade fuhr. Die StraÃŸen seien vÃ¶llig vereist, hieÃŸ es, und man mÃ¼sse mit gefÃ¤hrlichen SturmbÃ¶en &#038; Schneewehen rechnen, wÃ¤hrend mein Auto &#038; ich unter sternenklarem Winterhimmel auf vÃ¶llig trockenen StraÃŸen dahinrauschten, zauberhaft. Durch schneeverwehte Landschaften, Feen hinter den BÃ¤umen, (jawohl), aber die hatten nichts mit den StraÃŸen zu tun. Naja, zumindest nicht mit der Autobahn. Ich glaube, Radioleute lieben Katastrophenmeldungen. </p>
<p>Und am Ende bieg ich von der LandstraÃŸe in diesen kleinen Weg zu Rios Haus ein &#038; es ist jetzt <em>nur</em> noch glitzefunkelnder Sternenschnee Ã¼berall &#038; vollkommene Stille &#038; ich mach das Fenster weit auf &#038; atme die KÃ¤lte ein &#038; rauch noch eine, bevor das Haus da mit seinen einladenden Lichtern langsam vor mir auftaucht. </p>
<p>Drinnen dann ist die AtmosphÃ¤re sachlicher, wir proben, Gert MÃ¶bius kommt dazu &#038; gibt wie aus dem Nichts plÃ¶tzlich Regieanweisungen zu Rios Liedern. Es kommen ein paar sehr schÃ¶ne Sachen dabei heraus, und zwischendurch denk ich, wenn ich so einen Ã¤lteren Bruder gehabt hÃ¤tte, dann wÃ¤r ich wahrscheinlich auch sehr viel frÃ¼her in der richtigen Spur gewesen.<br />
SchlieÃŸlich ruf ich noch jemanden an &#038; fall danach erschlagen ins Bett. </p>
<p>Am nÃ¤chsten Tag haben sie da eine Tagung des Rio-Vereins, ich hab keinen Schimmer, worum es geht, interessiert mich auch zunÃ¤chst mal nicht, denn ich will nur mit Roman noch mal ein paar Sachen vom Vorabend proben. Geht aber nicht, weil sich die Tagung in die LÃ¤nge zieht (&#038; das passiert natÃ¼rlich genau in dem Raum, wo wir geprobt haben), es herrscht ne Stimmung wie auf einer SPD-Ortsvereins-Sitzung oder so Ã¤hnlich, kein Platz fÃ¼r Lyrik, Ã¤h.<br />
Und dann, als es vorbei ist, nehmen die Vereinsmitglieder ihr wohlverdientes Essen natÃ¼rlich auch in genau dem Raum ein, in dem wir jetzt zu proben anfangen. Wir versuchenÂ´s ein bisschen, doch als wir dann mit einer hochdramatischen Version von Zauberland anfangen, merken wir, dass das nicht geht, wÃ¤hrend die noch beim Essen mit ihrer Vereinstagung beschÃ¤ftigt sind. Der ein oder andere summt halbinteressiert mit, aber das ist nicht die Stimmung, in der man Rios Songs nochmal durchgehen sollte. Gut, wir brechenÂ´s also ab &#038; lassen ab da den Abend einfach auf uns zukommen. Eigentlich auch erstmal nicht schlecht.  </p>
<p>Und dann ist wie von Zauberhand plÃ¶tzlich alles verwandelt, wie und wann genau, weiÃŸ niemand. Nicht nur das CafÃ© Junimond (bzw. unser Proberaum), sondern auch die Leute, die ganze Stimmung im Haus. DrauÃŸen ist es inzwischen dunkel geworden, Tische werden umgestellt &#038; Kerzen angezÃ¼ndet, auch auf den Fluren, durch die die erwarteten Besucher umgeleitet werden, um zum Zentrum des Geschehens zu gelangen. Was eben noch ein nÃ¼chterner Vereinstagungsraum war, ist jetzt zu einem magischen kleinen Festraum geworden. Durch die Fenster kann man die ersten Besucher sich nÃ¤hern sehen in Form von Autoscheinwerfern in der  Schneelandschaft, und auch das hat etwas mÃ¤rchenhaftes. Aus SpaÃŸ zÃ¼nde auch ich ein paar Kerzen auf einem der Flure an, und eine Frau neben mir sagt: â€žEs gibt doch nichts SchÃ¶neres als ein Licht anzuzÃ¼nden, oder?â€œ - Mh.  </p>
<p>Roman fÃ¤ngt an, aber die Stimmung ist ein biÃŸchen sehr salbungsvoll. Er macht seine Sache eigentlich ganz gut, indem er meist Texte aus Rios TagebÃ¼chern liest, die sich dann abwechseln mit ein paar von Rios Liedern, zu denen ich ihn begleite. Ich spÃ¼re eine leichte Unruhe bei einigen ZuhÃ¶rern, kann sie aber nicht genau orten, und schlieÃŸlich zerscheppert direkt neben meinem Epiano ein Weinglas. Ich schau hin und sehe ein PÃ¤rchen, und ich bin mir nicht sicher, ob ich das Grinsen des Typen jetzt als HÃ¤me oder einfach nur einen etwas polterigen Sinn fÃ¼r Humor deuten soll. Ich beschlieÃŸe zweiteres, denn Rio war ja nun auch nicht immer der Leiseste oder Lyrischste , aber Roman unterbricht ein paar Momente spÃ¤ter seinen Vortrag &#038; macht ihn vor allen zur Sau. Etwa die HÃ¤lfte der Leute klatschen. Danach ist es natÃ¼rlich ruhiger, aber diese Ruhe ist jetzt auch nicht gerade entspannt. In meinem eigenen zweiten Set dann versuche ich, dem entgegenzuarbeiten, indem ich mich zunÃ¤chst vÃ¶llig zurÃ¼cknehme. Ich weiÃŸ allerdings auch, dass ich mich auf die Wirkung meiner WÃ¶rter verlassen kann, man muss denen gar keine groÃŸen Emotionen hinzufÃ¼gen, im Gegenteil, sie wirken manchmal umso mehr, je mehr man sich selbst  zurÃ¼cknimmt. Funktioniert auch diesmal, und schlieÃŸlich komme ich auch aus mir raus &#038; es gelingt mir sogar, ein biÃŸchen zu zaubern, &#038; am Ende singt Roman dann noch Junimond, bzw. alle singen mit, hier ist endlich das GeburtstagsstÃ¤ndchen an der exponiertesten Stelle des Abends, zufÃ¤llig sehr passend, denn aus diesem Grund sind wir ja nicht zuletzt auch alle hier. SchÃ¶n, das, obwohl ichÂ´s mit dem Mitsingen &#038; Wunderkerzen ansonsten eigentlich nicht so habe. Aber das hier ist eine Ausnahme. </p>
<p>Nach ein paar Zugaben verwandelt sich der kleine Festsaal in eine schnurrig-schÃ¶ne &#038; leicht hippie-eske Landkneipe, wo noch bis in die frÃ¼hen Morgenstunden getagt wird. Gerd zeigt mir zwischendurch Rios Arbeitsraum, das weiÃŸe Klavier, den Tisch in der Mitte, ringsum all die BÃ¼cher, eine Kiste mit Schallplatten. Sie haben das Zimmer gestrichen, aber ansonsten so gelassen, wie es war, &#038; seltsam, sagt Gert, es riecht immer noch genau so wie vor 14 Jahren. Er klappt das Klavier auf, spielt ein paar TÃ¶ne. Ich rÃ¼hr es nicht an, weiÃŸ auch nicht, warum. </p>
<p>Die AtmosphÃ¤re des Raumes erinnert mich an einen Traum, den ich vor 30 Jahren in meiner abgerissenen Rotterdamer Zeit mal hatte, in dem es um meinen alten Deutschlehrer und einen Textauszug ging, den er mir zeigen wollte, der grundlegend sein sollte fÃ¼r gewisse philosophische Fragen (Ã¤h, wie jetzt!?), geheimnisvoll &#038; gleichzeitig aber auch auf eine existenzialistische Art kÃ¼hl, sehr intellektuell und wie in einem dieser frÃ¼hen sagenhaften Cocteau-Filme leicht neblig schwarzweiÃŸ. Leider bin ich damals aufgewacht, bevor er mir den Text zeigen konnte&#8230; dann sind wir in der WohnkÃ¼che, und Gert sagt, meine Art, mit Texten umzugehen sei Ã¤hnlich wie die von Rio bzw. letzterer hÃ¤tte bestimmt seinen SpaÃŸ gehabt mit einigen meiner Reime, und das sei schlieÃŸlich auch einer der GrÃ¼nde, warum er ausgerechnet mich eingeladen habe. Bin gerÃ¼hrt &#038; einen Moment lang stolz. WeiÃŸ nicht so richtig, was ich sagen soll. </p>
<p>Vergesse, ihm von dem Film zu erzÃ¤hlen, den ich vor ein paar Jahren mal hier auf einem Sommerfestival gesehen hatte, in dem mich Rio - und das mag vermessen klingen - plÃ¶tzlich extrem an mich selber erinnerte. Ich dachte, das bin ja <em>ich</em> da auf der BÃ¼hne im Film; hatte das GefÃ¼hl, jeden seiner Gedanken sofort zu erraten. Und das bei jemandem, den ich nie versucht hatte zu imitieren. Ich meine, im Gegensatz zu Dylan z.B. (aber diese Phase ist lange vorbei, &#038; was davon Ã¼brig ist, benutze ich einfach als Werkzeug) , bei dem ich mich noch immer manchmal frage, wie man das wohl macht: so einer zu sein. Keine Antwort bis heute. Und im Gegensatz dazu schien Rio mir eben plÃ¶tzlich wie eine Parallele, fast durchsichtig. Der Unterschied allerdings: er drÃ¼ckte sich einfacher aus, ein Mann des Volkes sozusagen, zumindest wollte er das auf seine Art sein. Eine gewisse SchlageraffinitÃ¤t, er schreckte nichtmal zurÃ¼ck vor Zusammenarbeit mit NervensÃ¤gen wie Marianne Rosenberg. Ich glaub, er suchte auf allen mÃ¶glichen Gebieten, experimentierte. Sogar mit deutschen Volksliedmotiven, vor denen ich, obwohl 7 Jahre jÃ¼nger, noch sehr viel spÃ¤ter schreiend davongerannt wÃ¤re. Das war fÃ¼r mich alles zu infiziert mit einem Geruch, mit dem ich nichts zu tun haben wollte. Mittlerweile seh ich das - zumindest teilweise - anders. Aber auch seine seltsamen Alben mit Sequenzer-Experimenten (auf dem damaligen Stand) bzw. seine Zusammenarbeit mit all diesen hochprofessionellen &#038; auf Geld fixierten Studio-Cracks bei den meisten seiner sonstigen Alben wollten mir ne zeitlang aber auch sowas von Ã¼berhaupt nicht einleuchten. Was wollte er denn mit denen&#8230;vielleicht liegtÂ´s daran, dass er Zeit seines Lebens immer inmitten von irgendwas war (seien es politische Bewegungen oder eben auch Studiomusiker), wÃ¤hrend ich mir immer relativ auÃŸen vor meinen Reim auf die Welt machte (hat halt alles seine Vor- und Nachteile). </p>
<p>Mittlerweile verstehe ich auch das anders, nÃ¤mlich dass er mÃ¶glicherweise einfach versuchte, sich der quasi angesagten Mittel seiner Zeit zu bedienen, um mÃ¶glichst viel Zeit &#038; Platz fÃ¼r das Wichtigste zu haben, nÃ¤mlich zu sagen, was er eigentlich sagen wollte. Eh ausgestattet mit einer Stimme (&#038; Emotion), mit der er Ausschnitte aus TelefonbÃ¼chern hÃ¤tte singen kÃ¶nnen &#038; dabei immer noch glaubhafter rÃ¼bergekommen wÃ¤re als die meisten seiner deutschsprachigen &#8220;Kollegenâ€œ. Was brauchte ihn da die Produktion groÃŸ zu scheren, da hielt er sich lieber in der KÃ¼che auf &#038; kochte fÃ¼r alle &#038; fuck it. Bei den Platten von Rio abstrahiere ich Ã¤hnlich wie bei denen von Warren Zevon: ich hÃ¶r einfach nur der Stimme zu bzw. der Grundidee &#038; ziehe davon den sterilen Sound ab. Und stell mir ab &#038; zu mal vor, wie das hÃ¤tte klingen kÃ¶nnen, wenn er bei der Auswahl seiner Produktions-Umgebung vielleicht ein glÃ¼cklicheres HÃ¤ndchen gehabt hÃ¤tte. Naja, man kann nicht alles haben &#038; die Zeit ist knapp. </p>
<p>Gert erzÃ¤hlt mir, dass er seine Songtexte - Ã¤hnlich wie sein Tagebuch - meistens in einem Zug schrieb, und es gibt kaum Verbesserungen oder Durchgestrichenes in seinen Notizheften. Auch das ist bei mir ziemlich anders: ich brauch manchmal Jahre, um irgendwas fertigzustellen, meistens jedoch ein paar Tage pro Song, und da gibtÂ´s dann oft seitenlang Durchgestrichenes oder Korrigiertes, bis sich die endgÃ¼ltige Form schlieÃŸlich herausdestilliert. Womit ich natÃ¼rlich vorlÃ¤ufig endgÃ¼ltig meine, denn endgÃ¼ltig ist ja nie irgendwas, andererseits man ja auch zu Potte kommen muss. Aber dass irgendwas direkt &#038;  aus einem Moment heraus passiert, ist bei mir selten. Die Grundidee &#038; vielleicht sogar die HÃ¤lfte des Textes, ja&#8230; aber alles? - Puhh&#8230; dazu muss man fast schon ein Genie sein, oder zumindest jemand, der sehr viele Stimmen sehr schnell in ihrer Essenz zusammenfassen &#038; auf den Punkt bringen kann, und zwar mÃ¶glichst noch inmitten von Turbulenzen, bei denen jedem anderen der Kopf im Quadrat rotieren wÃ¼rde. Dylan konnte sowas, Cohen nicht. Auch der brauchte lange fÃ¼r seine Texte. Und vielleicht hatte Rio in dieser Hinsicht Ã„hnlichkeiten mit dem frÃ¼hen Dylan, wenn auch sehr viel simpler gestrickt, aber genauso dyonysisch, voll von glÃ¼cklichem Chaos &#038; Weltvertrauen, und wehe, wenn das ins Wanken geriet, diese Art von Alles-oder-Nichts-Typ. AberglÃ¤ubisch, mystisch, frÃ¼hchristlich, kommunistisch, schwul &#038; was-nicht-sonst-noch-alles, aber mit dem Herz eines Boxers &#038; dem Maul eines LÃ¶wen. Von sowas haben die meisten Leute schlicht keine Ahnung, da gehen sie auf Abstand, das ist ihnen nicht ganz geheuer, und vielleicht tun sie daran auch tatsÃ¤chlich gut, was ihre eigene vordergrÃ¼ndige Gesundheit betrifft. Und vielleicht ist auch das mit ein Grund, warum er nicht der VolkssÃ¤nger wurde, der ihm selber vorschwebte; diesem einzigen deutschsprachigen SÃ¤nger, der mich in bestimmten Situationen ohne Vorwarnung zum Weinen bringen kann. </p>
<p>Dann reden wir Ã¼ber seine letzte Tour. Und da ist dann dieser Konzertveranstalter Wolfgang Schubert, den man gebeten hatte, nicht mehr als 5 Konzerte nacheinander zu buchen, einfach weil Rios Gesangsstil sehr anstrengend war, mehr ging nicht. Und was macht diese KnalltÃ¼te? Bucht 13 (!) Konzerte hintereinander &#038; setzt ihm obendrein noch diese Chaoskapelle Knorkator ins Vorprogramm, die ihm permanent  in der Garderobe auf dem Kopf rumtanzt. Also nach diesen 13 Gigs kann Rio schlieÃŸlich nicht mehr &#038; liegt in einem Hotelbett in Berlin &#038; sagt den Gig dort bzw. die restlichen Konzerte ab. Dann verzieht er sich nach Fresenhagen &#038; erfÃ¤hrt nach einiger Zeit, dass er auf dieser Tournee Ã¼berhaupt nichts verdient hat. Nicht nur wegen der Gagen an Knorkator, von denen vorher Ã¼berhaupt nicht die Rede gewesen war, sondern auch wegen schlichten Betrugs, der diesem Schubert zwar spÃ¤ter vor Gericht nachgewiesen wird, aber da ist Rio bereits RIP. MÃ¶glicherweise hat ihm das (bei seinen dazukommenden Schulden) den Rest gegeben, vielleicht auch nur einen winzigen Moment lang, aber den entscheidenden, wer weiÃŸ. Und wer weiÃŸ, was er noch alles so angestellt hÃ¤tte, wÃ¤re er wieder zu KrÃ¤ften gekommen. Denn auch darin war er sehr gut. Genau wie sein Geist, der mit der Zeit seit seinem Tod tatsÃ¤chlich stÃ¤rker geworden ist. &#8220;Muss ich erst krepieren, bevor hier jemand meinen Wert begreift?&#8221; soll er mal gebrÃ¼llt haben. </p>
<p>Jedenfalls sind die GÃ¤stezimmer jetzt nach Songs von ihm benannt. Meins heiÃŸt â€ž4 WÃ¤ndeâ€œ: </p>
<p>4 WÃ¤nde, meine 4 Wande,<br />
ich brauch meine 4 WÃ¤nde fÃ¼r mich.<br />
Die mich schÃ¼tzen vor Regen und Wind,<br />
wo ich nur sein muÃŸ, wie ich wirklich bin.</p>
<p>4 WÃ¤nde, meine 4 WÃ¤nde,<br />
ich brauch meine 4 WÃ¤nde fÃ¼r mich.<br />
Eine Wand fÃ¼r mein Klavier, eine Wand fÃ¼r ein Bild von dir,<br />
eine Wand fÃ¼r eine TÃ¼r, sonst kommst Du ja nicht zu mir.</p>
<p>4 WÃ¤nde, meine 4 WÃ¤nde,<br />
ich brauch meine 4 Wande fÃ¼r mich.<br />
Eine Wand fÃ¼r ein Bett, nicht zu klein,<br />
eine Wand fÃ¼r den Tisch mit dem Wein,<br />
eine Wand fÃ¼r den Sonnenschein,<br />
denn bei mir soll&#8217;s nicht dunkel sein.</p>
<p>4 WÃ¤nde, meine 4 WÃ¤nde<br />
ich brauch meine 4 WÃ¤nde fÃ¼r mich. </p>
<p>Es ist schÃ¶n, in so einem Zimmer zu liegen. Man fÃ¼hlt sich beschÃ¼tzt, wÃ¤hrend drauÃŸen - da, wo Rio mit seinem LÃ¶wenherz &#038; seinem Kinder-GemÃ¼t Wache zu halten scheint - mittlerweile ein eisiger Wind ums Haus fegt.   </p>
<p>Vielleicht nicht mehr lange, denn das Anwesen soll verkauft werden. Es trÃ¤gt sich nicht mehr, zuviele Unkosten &#038; zuwenig zahlende GÃ¤ste. Zwar ist eigentlich alles fertig dort, GÃ¤stezimmer, TagungsrÃ¤ume, ne hÃ¼bsche KÃ¼che, Museum, Musikstudio, ein grÃ¶ÃŸerer &#038; ein kleinerer Auftrittsort (Winnetous Garage &#038; CafÃ© Junimond), beide wunderschÃ¶n. Plus ein riesiges WiesengelÃ¤nde drumherum fÃ¼r Festivals &#038; was sonst noch alles. Nur geht ihnen halt die Puste aus. Und jÃ¼nger werden Rios BrÃ¼der mit den Jahren auch nicht gerade.<br />
HÃ¶re - synchron dazu &#038; wie auf Bestellung - sofort ein paar aufgebrachte Stimmen aus der Fundifraktion mal wieder<em>&#8220;Verrat&#8221;</em> schreien; wÃ¼rde ihnen gerne zart zu bedenken geben, dass es <em>schon noch</em> einen Unterschied macht, ob man sich auf dem Umsonst-Sommerfestival da drauÃŸen einmal jÃ¤hrlich nach Herzenslust besÃ¤uft, oder ob man so einen Laden Jahr fÃ¼r Jahr in dieser ansonsten einzugsstatistischen Voll-Pampa am Laufen halten muss. Oder neutraler: ob man selber was beitrÃ¤gt oder nur herummosert, dass andere zu wenig tun.<br />
Und warum gibtÂ´s eigentlich nicht ein paar von Rio immer so vollmundig lobenden GroÃŸverdienern, die das alles mal fÃ¼r ein paar Wochen mieten wÃ¼rden, und zwar zu einem mÃ¶glichst angemessenen Preis, den sie auch woanders zahlen wÃ¼rden, wenn sie mit ihren Bands z.B. ein bisschen in Klausur gehen fÃ¼r ihre jeweiligen neuen Produktionen? Versteh ich nicht, denn der Ort wÃ¤re ideal. Ich  fÃ¼r meinen Teil kannÂ´s mir leider nicht leisten, was sehr schade ist, denn da herrscht eine AtmosphÃ¤re, die man anderswo lange suchen kann. Es sei denn, man mÃ¶chte Rio nachts lieber nicht begegnen. Was ich dann andererseits bei den meisten meiner lieben deutschsprachigen Kollegen wiederum nur allzu gut verstehen kÃ¶nnte. WÃ¼rde mir vielleicht auch so gehen, wenn ich sie wÃ¤re. </p>
<p>Nun hofft man, dass der KÃ¤ufer - wer auch immer das sein wird - das Ganze im bisherigen Sinne fortfÃ¼hrt. Naja, also ich hoffe mit.<!--0152013e4ae1dde40aa2b84bf5f0723c-->
</p>
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		<title></title>
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		<pubDate>Fri, 25 Dec 2009 22:32:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
		
	<category>Sporadische Dauerkolumne</category>
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		<title>AutoritÃ¤ten, BÃ¤ume, KÃ¼nstler, Mythen.</title>
		<link>http://dziuks-kueche.de/blog/2009/04/30/autoritaten-baume-kunstler-mythen/</link>
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		<pubDate>Thu, 30 Apr 2009 11:34:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Danny Dziuk</dc:creator>
		
	<category>Sporadische Dauerkolumne</category>
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		<description><![CDATA[Hier eine weitere Exklusiv-Ãœbersetzung (liebe 137 Freunde), diesmal ein Auszug aus Henry Millers Essay â€žKrishnamurtiâ€œ (The books in my life)*.  Allein die Konstellation: einer der grÃ¶ÃŸten literarischen Freigeister des letzten Jahrhunderts redet Ã¼ber jemanden, den manche vielleicht als â€žspirituellen Lehrerâ€œ bezeichnen wÃ¼rden (also quasi das Gegenteil, was aber in zentralen Punkten an der Sache [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hier eine weitere Exklusiv-Ãœbersetzung (liebe 137 Freunde), diesmal ein Auszug aus Henry Millers Essay â€žKrishnamurtiâ€œ (The books in my life)*.  Allein die Konstellation: einer der grÃ¶ÃŸten literarischen Freigeister des letzten Jahrhunderts redet Ã¼ber jemanden, den manche vielleicht als â€žspirituellen Lehrerâ€œ bezeichnen wÃ¼rden (also quasi das Gegenteil, was aber in zentralen Punkten an der Sache vorbeigeht); und wenn ich drÃ¼ber nachdenke, als was man Jiddu Krishnamurti denn sonst so bezeichnen kÃ¶nnte (neulich schrob ich â€žindischer Philosophâ€œ, aber auch das trifftÂ´s nicht wirklich), steh ich ebenfalls vor ner Wand: ich glaube, dass er schlicht zur Kategorie derer gehÃ¶rt, die man nicht begrifflich eingrenzen kann, ohne ihnen Gewalt anzutun; bei denen man so verdammt aufpassen muss, was man Ã¼ber sie sagt, dass man in der Regel einen groÃŸen Bogen um das Thema macht. Nicht, weil es uninteressant wÃ¤re, sondern weil man nichts Falsches sagen mÃ¶chte. Und das tu ich auch jetzt nicht, sondern Ã¼berlasse einfach Henry Miller das Feld, soll <em>er</em> sehen, wie er damit klarkommt, das ist ab jetzt seine Sache (ein AusweichmanÃ¶ver, sicher, aber immerhin eines, das dieses Thema zumindest aufÂ´s Tapet bringt. Und wo wir schon mal so weit sind, mÃ¶chte ich ganz schnell noch hinzufÃ¼gen (ein bisschen groÃŸmÃ¤ulig, ja ja, das trau ich mich gerade noch), dass ein Text wie dieser wahrscheinlich mehr Ã¼ber die Welt sagt, in der wir uns gerade befinden, als ungefÃ¤hr dreitausendsiebenhundertachtundneunzig Zeitungsartikel Ã¼ber die â€žFinanzkriseâ€œ, den â€žKampf der Kulturenâ€œ, Ã¼ber diesen momentan unglaublichen Rollback ins Mittelalter sowie die vÃ¶llige Unsicherheit in Bezug auf fast alles, was Religion, Kultur, Wirtschaft &#038; Politik betrifft (in dieser Reihenfolge)) (&#038; Entschuldigung fÃ¼r all die Klammern), na schÃ¶n, jetzt reichtÂ´s, los gehtÂ´s:   </p>
<p> (&#8230;) Nach einer langen Diskussion (Krishnamurtis) mit einem Mann in Bombay sagt Letzterer zu Krishnamurti: â€žDas, wovon Sie sprechen, kÃ¶nnte zur Erschaffung von Supermenschen fÃ¼hren, zu Leuten, die sich selbst ihre eigenen absoluten Meister wÃ¤ren.<br />
Aber was ist mit dem Mann am FuÃŸe der Leiter, der sich auf Ã¤uÃŸere AutoritÃ¤ten verlassen muss, der alle Arten von KrÃ¼cken braucht, der gezwungen ist, sich einem moralischen Code zu unterwerfen, der in Wirklichkeit zugegebenermaÃŸen vielleicht gar nicht fÃ¼r ihn gemacht ist?â€œ </p>
<p>K. antwortet: â€ž Schauen Sie, was in der Welt passiert. Die Starken, GewalttÃ¤tigen und MÃ¤chtigen, diejenigen, die Herrschaft Ã¼ber andere an sich reiÃŸen und ausÃ¼ben, befinden sich oben; unten sind die Schwachen und Sanften, die kÃ¤mpfen und sich abrackern. Nehmen Sie als Kontrast dazu einen Baum, dessen StÃ¤rke und Erhabenheit aus seinen tiefen und versteckten Wurzeln emporwÃ¤chst; im Falle des Baumes ist das obere Ende gekrÃ¶nt von zarten BlÃ¤ttern, empfindlichen SprÃ¶sslingen und den allerfragilsten Zweigen. In der menschlichen Gesellschaft, zumindest wie sie sich heute darstellt, werden die Starken und MÃ¤chtigen von den Schwachen gestÃ¼tzt. In der Natur dagegen sind es die Starken und MÃ¤chtigen, die die Schwachen stÃ¼tzen (unter den Evolutionsforschern gibtÂ´s Debatten darÃ¼ber, ob es nicht doch die FÃ¤higkeit zur Empathie sein kÃ¶nnte, die fÃ¼r das Ãœberleben der menschlichen Spezies bisher vor allem verantwortlich war -  meine Anm.). Solange Sie weiterhin jedes Problem aus einer pervertierten und verzerrten Sicht wahrnehmen, werden Sie einfach nur immer den jeweils aktuellen Zusand der Dinge akzeptieren. Ich sehe das Problem aus einer anderen Perspektive&#8230; weil Ihre Ãœberzeugungen nicht das Resultat ihres eigenen Verstehens sind, kÃ¤uen Sie einfach nur die Ã„uÃŸerungen von AutoritÃ¤ten wider, hÃ¤ufen Zitate an, spielen eine AutoritÃ¤t gegen die andere aus, das Alte gegen das Neue. Dazu habe ich nichts zu sagen. Wenn Sie das Leben jedoch von einem Standpunkt aus betrachten, der nicht deformiert oder von AutoritÃ¤ten verunstaltet ist, nicht ausstaffiert mit dem Wissen anderer, sondern das Ihrem eigenen Leiden entspringt, Ihren eigenen Gedanken, Ihrer Kultur, Ihrem VerstÃ¤ndnis, Ihrer Liebe, dann werden Sie verstehen, was ich sage -  â€žcar la mÃ©ditation du coeur est l`entendementâ€œ&#8230;   persÃ¶nlich - und ich hoffe, Sie verstehen, was ich jetzt sage - habe ich keinerlei Glauben und gehÃ¶re keiner Tradition an. Das war immer meine Haltung dem Leben gegenÃ¼ber. Es ist eine Tatsache, dass das Leben sich von Tag zu Tag Ã¤ndert, und Glaubensinhalte und Traditionen sind fÃ¼r mich nicht nur nutzlos, sondern, wÃ¼rde ich mich von ihnen an die Kette legen lassen, hinderten mich daran, das Leben zu verstehen&#8230; Sie mÃ¶gen Befreiung erlangen, ganz egal, wo sie sich befinden oder wie die UmstÃ¤nde sind, aber das bedeutete, dass Sie das DurchhaltevermÃ¶gen eines Genies haben mÃ¼ssten. Weil Genie letztlich in der FÃ¤higkeit besteht, sich von jeglichen Verstrickungen zu lÃ¶sen, in denen man gefangen ist, die FÃ¤higkeit, aus dem Teufelskreis auszubrechen&#8230; Sie mÃ¶gen mir sagen, dass ich diese FÃ¤higkeit nicht habe. Aber das exakt ist mein Standpunkt. Um Ihre eigene StÃ¤rke zu entdecken, die in Ihnen selbst vorhandene Kraft,  mÃ¼ssen Sie bereit und willens sein, sich mit jeder Art von Erfahrung auseinander zu setzen. Und gerade das ist es, was Sie ablehnen!â€œ </p>
<p>Diese Art von Sprache ist nackt, befreiend und inspirierend. Sie durchdringt die Wolken von Philosophie, auf die unsere Gedanken grÃ¼nden und erneuert Quellen, die zur Tat fÃ¼hren. Sie rÃ¼ckt die schwankenden Superstrukturalismen unserer verbalen Gymnasiasten an die richtige Stelle und reinigt den Boden von Unrat. Anstatt eines Hindernisrennens  oder einer Rattenfalle macht es das tÃ¤gliche Leben zu einer erfreulichen Angelegenheit. In einem GesprÃ¤ch mit seinem Bruder Theo sagte Van Gogh einmal: â€žChristus war deshalb so unendlich groÃŸ, weil niemals irgendwelche MÃ¶bel oder andere stupiden Accessoires ihm im Weg standen.â€œ Man hat dasselbe GefÃ¼hl bei Krishnamurti: Nichts steht ihm im Weg. Seine Karriere, einzigartig in der Geschichte spiritueller FÃ¼hrer, erinnert einen an das berÃ¼hmte Gilgamesch Epos. In seiner Jugend als der kommende ErlÃ¶ser verklÃ¤rt, lehnte er die ihm bereitete Rolle ab, verprellte sÃ¤mtliche JÃ¼nger, und lehnte alle Mentoren und Lehrer rigoros ab. Er grÃ¼ndete keinen neuen Glauben oder Dogma, stellte alles in Frage, kultivierte den Zweifel ( besonders in Augenblicken der VerzÃ¼ckung), und - vermÃ¶ge eines geradezu heroischen Ringens sowie unglaublicher Ausdauer - befreite sich von Illusion und falschem Zauber, von Stolz,  Eitelkeit sowie jeder subtilen Form von Herrschaft Ã¼ber andere. Er drang zum Ursprung des Lebens vor, auf der Suche nach Nahrung und Inspiration. Den Fallen und Schlingen derer zu widerstehen, die ihn an ihre Kandare nehmen und ausbeuten wollten, erforderte unendliche  Wachsamkeit (&#8230;) - </p>
<p>Es gibt etwas an Krishnamurtis Ã„uÃŸerungen, das das Lesen von BÃ¼chern Ã¤uÃŸerst Ã¼berflÃ¼ssig zu machen scheint. Auch gibt es eine andere, noch treffendere Tatsache in Verbindung mit seinen Ã„uÃŸerungen (&#8230;), nÃ¤mlich dass â€žje klarer seine Worte, desto weniger seine Botschaft verstandenâ€œ wird (Suarez). </p>
<p>Krishnamurti sagte mal: â€žIch werde ausdrÃ¼cklich vage sein; ich kÃ¶nnte genausogut sehr deutlich werden, aber das liegt nicht in meiner Absicht. Denn sobald eine Sache definiert ist, ist sie totâ€œ&#8230; nein, weder definiert Krishnamurti, noch antwortet er mit Ja oder Nein. Er wirft den Fragenden auf sich selbst zurÃ¼ck, zwingt ihn, die Antwort in sich selbst zu suchen. Immer wieder wiederholt er: â€œIch bitte Sie nicht darum, mir zu glauben&#8230; ich wÃ¼nsche mir nichts von Ihnen, weder Ihre geneigte Meinung, Ihr EinverstÃ¤ndnis, noch, dass Sie mir folgen. Ich bitte Sie nicht, zu glauben, sondern zu verstehen, was ich sage.â€œ Kollaboriert mit dem Leben! - das ist es, was er einem immer wieder einschÃ¤rft. Hier und da ist es veritable PrÃ¼gel, die er verabreicht - den Selbstgerechten. Was, fragt er, habt ihr erreicht mit all euren geschliffenen WÃ¶rtern, euren Slogans und Schubladen, euren BÃ¼chern? Wie viele Einzelne habt ihr glÃ¼cklich gemacht, nicht in einem vorÃ¼bergehenden, sondern in einem bleibenden Sinne? Und so weiter. (&#8230;)</p>
<p>All die schÃ¼tzenden Vorrichtungen - sozial, moralisch oder religiÃ¶s - die die Illusion erzeugen, als wÃ¼rden sie die Schwachen stÃ¼tzen und ihnen helfen, auf dass sie gelenkt und geleitet wÃ¼rden in Richtung auf ein besseres Leben, sind prÃ¤zise das, was sie von dem Gewinnbringenden an direkter Lebenserfahrung fernhÃ¤lt. Statt nackter und direkter Erfahrung sehnt sich der Mensch danach, Gebrauch zu machen von Protektionsangeboten, und wird auf diese Weise deformiert. Diese Schutzvorrichtungen werden zu Machtinstrumenten materieller und spiritueller Ausbeutung. </p>
<p>Einer der hervorstechendsten Unterschiede zwischen jemandem wie Krishnamurti und KÃ¼nstlern generell liegt vor allem in der jeweiligen Haltung ihrer eigenen Rolle gegenÃ¼ber. Krishnamurti betont, dass es einen permanenten Widerspruch gibt zwischen dem kreativen Genie eines KÃ¼nstlers und seinem Ego. Der KÃ¼nstler, sagt er, bildet sich ein, dass es sein Ego ist, welches groÃŸartig oder sublim ist. Dieses Ego mÃ¶chte sich den Moment der Inspiration gewinnbringend zunutze machen fÃ¼r die eigene Glorifizierung, diesen Moment, in dem es in BerÃ¼hrung mit der Ewigkeit war, ein Moment, in dem ganz prÃ¤zise das Ego eben gerade abwesend war, ersetzt durch den puren Bodensatz der eigenen lebendigen Erfahrung. Es ist die eigene Intuition, fÃ¤hrt er fort, der allein man sich anvertrauen sollte. Sowie in der Tat Dichter, Musiker, und KÃ¼nstler Ã¼berhaupt AnonymitÃ¤t kultivieren und sich von ihren SchÃ¶pfungen loslÃ¶sen sollten. Die meisten KÃ¼nstler jedoch pflegen das genaue Gegenteil, sie mÃ¶chten ihr Werk vor allem im Zusammenhang mit ihrer Signatur sehen. VerkÃ¼rzt gesprochen: solange der KÃ¼nstler vor allem seinem Individualismus nachhÃ¤ngt, wird es ihm nie gelingen, seine Inspiration oder kreative Kraft permanent zu erhalten. Die QualitÃ¤t oder Bedingung von Genie ist nichts als die erste Phase der Eingebung. (&#8230;)  </p>
<p>(Gut, was!? - meine Anm.) </p>
<p>(&#8230;) Was mich dazu brachte, von Krishnamurti zu reden, ist die Tatsache, dass er, wie solide auch immer er verankert sein mag in der RealitÃ¤t, unwillentlich einen Mythos und eine Legende um sich herum erzeugt hat. Leute wollen einfach nicht wahrhaben, dass jemand, der sich selbst geschaffen hat - einfach, gerade und wahrhaftig - nicht etwas sehr viel Komplexeres und MysteriÃ¶seres dahinter versteckt. Angenommen, ihr dringlichster Wunsch besteht darin,  sich aus den grausamen Schwierigkeiten herauszuwinden, in denen sie sich befinden: was sie wirklich bewundern, ist, alles mÃ¶glichst schwierig zu machen, mÃ¶glichst obskur und Ã¤nderungsfÃ¤hig erst in einer fernen Zukunft. Dass ihre Schwierigkeiten selbstgemacht sind, ist das Letzte, was sie in der Regel zugeben. Auf Wirklichkeit, wenn sie sich denn einen Moment lang mal erlauben einzugestehen, dass sie existiert - im tÃ¤glichen Leben - wird sich immer nur bezogen als â€žrauheâ€œ Wirklichkeit. Man spricht darÃ¼ber wie von etwas Entgegengesetztem zur gÃ¶ttlichen Wirklichkeit, oder - sagen wir - einem sanften versteckten Paradies (â€žsoft hidden paradiseâ€œ). Die Hoffnung, dass wir eines Tages erwachen werden zu Lebensbedingungen, die vÃ¶llig anders sind als das, was wir jeden Tag erfahren, macht Menschen zu willigen Opfern jeder Art von Tyrannei und UnterdrÃ¼ckung. Der Mensch wird lÃ¤cherlich gemacht durch Hoffnung und Angst. Der Mythos, den er von Tag zu Tag lebt, ist der Mythos, dass er eines Tages dem GefÃ¤ngnis entkommen mÃ¶ge, das er fÃ¼r sich selbst geschaffen hat, und das er den Machenschaften anderer zuschreibt. Jeder wahre Held hat die Wirklichkeit zu seiner eigenen gemacht. Indem er sich selbst befreit, sprengt er den Mythos, der uns an Vergangenheit und Zukunft bindet. Darin besteht gerade die Essenz von Mythos - dass er das wunderhafte (â€žwondrousâ€œ) Hier und Jetzt verschleiert. (&#8230;)</p>
<p>Ein paar Jahre spÃ¤ter soll Krishnamurti folgendes gesagt haben: â€žVerlangt nicht nach GlÃ¼cklichsein. Sucht nicht nach Wahrheit. Sucht nicht das Ultimative.â€œ AuÃŸer fÃ¼r Sophisten und VerfÃ¤lscher gibtÂ´s hier nichts Abweichendes von der ewigen Streitfrage, die er folgendermaÃŸen auf den Punkt bringt: â€žSie suchen nach Wahrheit, als wÃ¤rÂ´s das Gegenteil von dem, was Sie sind.â€œ<br />
Wenn solche klaren, gradlinigen Worte nicht anstacheln oder aufwecken, was dann?<br />
(&#8230;)</p>
<p>(* Copyright 1969 by New Directions Publishing Corporations.) </p>
<p>Na schÃ¶n, also hier hÃ¶r ich einfach mal auf.<!--a833481ae2b9899c9796f089e93a7a7c-->
</p>
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		<title>Freche Tattoos auf blutjungen Bankiers&#8230;</title>
		<link>http://dziuks-kueche.de/blog/2008/11/23/freche-tattoos-auf-blutjungen-bankiers/</link>
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		<pubDate>Sat, 22 Nov 2008 23:04:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Danny Dziuk</dc:creator>
		
	<category>Sporadische Dauerkolumne</category>
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		<description><![CDATA[&#8230; kann zwar ohne weiteres auch fÃ¼r sich selbst sprechen, trotzdem aber vielleicht ein paar ganz klitzekleine Anmerkungen: dass ich nÃ¤mlich z.B. ziemlich stolz bin, dass Franz Dobler unsere SÃ¼dbalkon-Fassung seines Songs â€žDer mit der Gitarreâ€œ kommentierte mit: â€œWÃ¼sste nicht, wie man das besser machen kÃ¶nnte.â€œ AuÃŸerdem darauf, dass Dota Kehr bei meinem Berlin-Lied mitgesungen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; kann zwar ohne weiteres auch fÃ¼r sich selbst sprechen, trotzdem aber vielleicht ein paar ganz klitzekleine Anmerkungen: dass ich nÃ¤mlich z.B. ziemlich stolz bin, dass Franz Dobler unsere SÃ¼dbalkon-Fassung seines Songs â€žDer mit der Gitarreâ€œ kommentierte mit: â€œWÃ¼sste nicht, wie man das besser machen kÃ¶nnte.â€œ AuÃŸerdem darauf, dass Dota Kehr bei meinem Berlin-Lied mitgesungen hat. Und auf Susanne Betancors La-Strada-artige Trompeteneinlage bei der Zweitfassung vom Regenlied. - Stolz soll ja in den meisten FÃ¤llen keine besonders nette  GefÃ¼hlsregung sein, aber hier wÃ¼rde ich da gerne mal eine Ausnahme machen.<br />
Wie auch immer, dann gibtÂ´s da noch ein vertontes Peter Hacks-Gedicht, bei dem mir zwar eine Zeile (die zu Anfang der 3. Strophe) ziemlich gegen den Strich ging, das mich ansonsten aber mit seiner kÃ¼hlen Klarheit auch genauso ziemlich vom Hocker haute. Was soll ich sagen? Hier ein Versuch: vielleicht ja keine schlechte Zeit, auch mal wieder einen Kommunisten zu Wort kommen zu lassen (andererseits: wer zum Teufel bin ich, jemanden wie Hacks zu Wort kommen lassen). Und seltsamerweise enthÃ¤lt gerade dieses StÃ¼ck die vielleicht schÃ¶nste Instrumentalpassage, die mir bisher auf Platte gelungen ist.  </p>
<p>Hatte in den letzten 2 Jahren ein paar neue Leute kennengelernt, die zwar kaum etwas mit meinem Genre zu tun haben, nichtsdestotrotz aber einiges bei mir auslÃ¶sten, was Schreibe &#038; Stilistik angeht. Ich glaub, auch das wird man merken. Unter anderem waren das der Liedermacher &#038; Essayist Christof StÃ¤hlin, ohne den oder dessen Umfeld (z.B. www.sago-schule.de) ein paar der Songs mit Sicherheit so jetzt nicht existieren wÃ¼rden (ich hÃ¤ttÂ´s mich schlicht nicht getraut). SelbstverstÃ¤ndlich hab ich dadurch meine Americana-Hausheiligen nicht vergessen, an deren musikalischer Sprache ich mich bisher noch am ehesten orientiert hatte (&#038; auch dafÃ¼r gibtÂ´s ein paar sehr handfeste Beispiele). Aber ich schreibe ja auf deutsch, &#038; da kannÂ´s durchaus auch ein ziemlicher Kick sein, Leuten zu begegnen, die sich beinah ausschlieÃŸlich auf deutschsprachige Traditionen beziehen, wie z.B. der Georg Kreisler-beeinflusste Sebastian KrÃ¤mer.  </p>
<p>Ansonsten sind auch diesmal einige Songs Ã¼briggeblieben, habenÂ´s aus verschiedenen GrÃ¼nden nicht auf das Album geschafft, so u.a. â€žPsychopathologische LÃ¼gnerâ€œ, â€žVerliebt &#038; blindâ€œ(von Bernie Conrads), das Raucherlied, â€žIdylle in HÃ¼lle &#038; FÃ¼lleâ€œ sowie ein paar andere. Und von den 14 Songs, die drauf sind, haben wir (oder ich) ebenso ein paar durchaus hier &#038; da auch schon mal live gespielt, aber es gibt eben auch ne ganze Menge, die wir noch nie gespielt haben. Auch gabÂ´s bei einigen der Texte weitere Strophen (&#038; nicht die schlechtesten), die den Rahmen am Ende jedoch gesprengt hÃ¤tten. Hier nur mal 3 davon, was das Regenlied angeht: </p>
<p>regne, bis bei MorgendÃ¤mmrung<br />
sich ein KÃ¶nigskinderpaar<br />
fragen wird, wieso da ringsum<br />
keine falsche Nonne war</p>
<p>regne, Regen, satt &#038; prÃ¤chtig<br />
auch den SpÃ¶ttern bis ans Kinn<br />
regne, bis das Wort Gerechtig-<br />
keit nÂ´ Schatten kriegt von Sinn</p>
<p>regne, Regen, dann auf meine<br />
Fehler, &#038; das nicht zu knapp<br />
gerade die, fÃ¼r die ich keine<br />
weitere ErklÃ¤rung hab    </p>
<p>Einen starken Einfluss auf solche Sequenzen hatte wahrscheinlich nicht zuletzt auch Henry Millers Essay Ã¼ber Arthur Rimbaud (â€žVom grossen Aufstandâ€œ), sowie bei â€žZeitâ€œ der indische Philosoph Jiddu Krishnamurti. Auch Fernando Pessoa wird ab &#038; zu durch meine Texte geistern, fÃ¼rchte ich. Und vor kurzem hatte ich mal wieder eines der Zen-BÃ¼cher von Janwillem van de Wetering in den Fingern &#038; musste feststellen, wie viel davon ich vor etwa 2 Jahrzehnten als sehr junger Mensch arroganterweise einfach Ã¼berlesen hatte. Wie auch immer, jedenfalls glaub ich, dass diese Aufnahmen hier tatsÃ¤chlich einen Schritt weiter sind als die der 3 letzten Alben davor: der Sound klarer, die Stimme prÃ¤senter, die Texte subtiler &#038; alles liegt offener auf dem Tisch. Und entweder mag manÂ´s oder auch nicht, aber voilÃ , am Ende ist es zumindest deutlicher. Ich meine, so deutlich, wie man halt sein kann.  </p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;</p>
<p>And now something completely different (sorry, aber ich kann grad nicht anders): nÃ¤mlich darÃ¼ber, wie Horst KÃ¶hler vorgestern â€žden Banken die Leviten&#8221; las (Tagesspiegel)&#8230; zusammenfassen wÃ¼rde ich die Rede in etwa mit:</p>
<p>â€žAlso, liebe Diebe: nachdem jeder von euch<br />
im Schnitt jetzt mit ein paar Milliarden gratis<br />
davongekommen ist, gebt euch doch gefÃ¤lligst<br />
in Zukunft ein bisschen mehr MÃ¼he, wenigstens<br />
so zu tun, als hÃ¤ttet ihr zumindest einen Schatten<br />
von Verantwortungsbewusstsein, verstanden?â€œ - </p>
<p>Und die stumme Antwort auf den Gesichtern der<br />
anwesenden Bankiers: </p>
<p>â€žOk, Chef, machen wir. Aber kÃ¶nnen wir jetzt mal endlich gehen?&#8221; -<!--0fe7c7a68945277b9082d52709633a60--><!--d38141db7f43d4680e07cef1135cd9bd-->
</p>
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		<title></title>
		<link>http://dziuks-kueche.de/blog/2008/10/11/telegramm/</link>
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		<pubDate>Sat, 11 Oct 2008 01:39:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Danny Dziuk</dc:creator>
		
	<category>Sporadische Dauerkolumne</category>
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</p>
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		</item>
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		<title>Und noch einer: BlowinÂ´Smoke.</title>
		<link>http://dziuks-kueche.de/blog/2008/06/21/und-noch-einer-blowin%c2%b4smoke/</link>
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		<pubDate>Fri, 20 Jun 2008 23:32:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Danny Dziuk</dc:creator>
		
	<category>Sporadische Dauerkolumne</category>
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		<description><![CDATA[Nur so fÃ¼r zwischendurch nochmal ein zur Abwechslung ausnahmsweise nicht von mir stammender Rauchertext - dazu auch noch einer Ã¼ber Zigarrenraucher, wobei neben Antirauchern leider auch die Zigarettenraucher nicht allzugut wegkommen, aber egal. Ich fand ihn einfach so lustig, pointiert &#038; im Tonfall so anders als das, was man von hier gewohnt ist - dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nur so fÃ¼r zwischendurch nochmal ein zur Abwechslung ausnahmsweise nicht von mir stammender Rauchertext - dazu auch noch einer Ã¼ber Zigarrenraucher, wobei neben Antirauchern leider auch die Zigarettenraucher nicht allzugut wegkommen, aber egal. Ich fand ihn einfach so lustig, pointiert &#038; im Tonfall so anders als das, was man von hier gewohnt ist - dass ich quasi kaum anders konnte. Es handelt sich dabei um eine in dieser HemisphÃ¤re nicht zugÃ¤ngliche Kolumne von Kinky Friedman, die ich dazu auch noch Ã¼bersetzt hab. Also im doppelten Sinne exclusiv nur hier &#038; jetzt &#038; fÃ¼r meine siebenunddreissig Besucher&#8230; viel Spass!</p>
<p>BlowinÂ´Smoke</p>
<p>Als mein Verleger anfragte, ob ich nicht mal irgendwas Ã¼ber Zigarren schreiben kÃ¶nnte, hielt ich das fÃ¼r eine bemerkenswert krankgeleitete Idee. Es gibt nicht viele Leute auf der Welt, die Zigarren mÃ¶gen, und noch weniger, die sie rauchen. Die meisten wÃ¼rden sie nicht mal mit einer Bootsstange anfassen (ganz zu schweigen von der Tatsache, dass manche Zigarren heutzutage die GrÃ¶ÃŸe einer Bootsstange haben). Die Ã¼berwÃ¤ltigende Mehrheit der Frauen hassen Zigarren sogar mehr noch als Kakerlaken. Und selbstverstÃ¤ndlich sind Kinder die schlimmsten von allen, wenn sie im Supermarkt bereits beim Anblick einer selbst unangezÃ¼ndeten Zigarre mit ihren kostbaren kleinen HÃ¤ndchen vor ihren kostbaren kleinen NÃ¤schen herumwedeln. Und sowas irritiert selbst den Kinkster immer wieder (*1). Manchmal verspÃ¼re ich den Wunsch, sie mit einer Bootsstange in ihre kleinen Rippen zu pieksen.</p>
<p>Und genau das war es schliesslich, weshalb ich mich entschied, doch Ã¼ber dieses Thema zu schreiben. Ich sehe es als eine erzieherische MaÃŸnahme gegenÃ¼ber all den hochtrabenden, politisch korrekten, humorlosen &#038; verstopften spirituellen Dampfwalzen in unserer pathologisch gesundheitsorientierten zivilen Gesellschaft, die Zigarrenraucher mittlerweile beinah wie biblische Leprakranke behandelt. Und in der Tat sind Zigarrenraucher eine der meistgeschmÃ¤htesten und diskreditiertesten Minderheiten im Land. GlÃ¼cklicherweise sind die meisten von uns gutgebaute, unwirsche, groÃŸmÃ¤ulige &#038; wohlhabende Kerle, die jede Art von Missbrauch seitens kostbarer kleiner Kinder in SupermÃ¤rkten bestens zu handhaben wissen.</p>
<p>Und obwohl die Meinung in der wissenschaftlichen Gemeinde nicht sehr verbreitet ist, war ich immer der Ansicht, dass Zigarren einem guttun. WennÂ´s hart auf hart kommt, stehen Nichtraucher oft passiv an der Seite, wÃ¤hrend sie passiven Rauch in ihre passiven Leben inhalieren. Und Zigarettenraucher springen unter solchen UmstÃ¤nden in der Regel panikartig aus den Fenstern ihrer Parterre-Wohnungen. Wie auch immer, jedenfalls scheinen Zigarrenraucher oft, sobald es brenzlig wird, eine Art kosmische Symphonie zu dirigieren, die nur sie selber hÃ¶ren kÃ¶nnen. Ihre Haltung ist vielleicht am besten beschreibbar mit â€žLass die Lava rollenâ€œ. Und ich fÃ¼ge hinzu, dass dieser Bewusstseinszustand den Blutdruck senkt, Stress mindert, gar nicht zu reden davon, dass es immer ein VergnÃ¼gen ist, andere zu irritieren. Letzteres, so fahre ich fort, ist eines der wahren Geheimnisse um die berÃ¼chtigten Langlebigkeit von Zigarrenrauchern.</p>
<p>Thomas Edison zum Beispiel, der Berichten zufolge 18 Zigarren tÃ¤glich rauchte, wurde 84 Jahre alt, und zwar hauptsÃ¤chlich indem er Leuten seinen Zigarrenqualm ins Gesicht blies, die sich Ã¼ber seine Erfindungen lustig machten. Mark Twain, der bis zu 40 Zigarren tÃ¤glich paffte, sagte: â€žFalls das Rauchen im Himmel nicht gestattet sein sollte, geh ich nicht.â€œ Er war 74, als er anfing, himmlische Zigarren zu rauchen und Heiligenscheine statt Rauchringe in den Raum zu blasen. Und dann gabÂ´s da Winston Churchill, der wÃ¤hrend der Kriegsjahre fast immer eine Zigarre in der Schnauze hatte. Und der sogar eine spezielle Sauerstoffmaske beantragte, um nur ja auch bei ÃœberhÃ¶henflÃ¼gen noch rauchen zu kÃ¶nnen. Er lebte, bis er 90 war.</p>
<p>Sigmund Freud, der erste Mann, der realisierte, dass Zigarrenrauchen eine hochsuggestive orale Fixierung bedeutete, war nichtsdestotrotz selber selten ohne Zigarre anzutreffen und lebte, bis er 83 Jahre alt war. Vor 3 Jahren wurde ich infolge einer eher unerfreulichen Verkettung von UmstÃ¤nden ziemlich unfeierlich aus dem Freud-Museum in Wien, Ã–sterreich, hinausbefÃ¶rdert. Die Empfangsdame, die aussah und sich auch so benahm wie ein SpÃ¼rhund mit Ohrringen, war mit meiner Zigarrenraucherei alles andere als nachsichtig. Und das in einem Museum, welches einem Mann geweiht war, dessen ganzes Leben sich um Zigarren herum entwickelt hatte; selbstverstÃ¤ndlich mitsamt all den kranken Dingen, die sie im Unterbewusstsein mÃ¶glicherweise reprÃ¤sentieren. Ich machte ihr genau das gerade klar, als sie eine Phalanx von U-Boot-Kommandeuren um sich versammelte, die mich dann gnÃ¤digst zum Ausgang geleitete, wÃ¤hrend ich wiederholt in ausgesucht gereimtem Vers chantete â€žSigmund Freud /  tÃ¤t das sehr leidâ€œ. (*2)</p>
<p>Ich fÃ¼r meinen Teil rauche nicht weniger als 12 Zigarren tÃ¤glich mit der Erwartung, ewig zu leben. SelbstverstÃ¤ndlich inhaliere ich nicht. Ich blase meinen Rauch nur in Richtung kleiner Kinder, zartblÃ¼hender Pflanzen und jedem, der gerade zufÃ¤llig an mir vorbeijoggt. Im Alter von 14 Jahren experimentierte ich mit Swisher Sweets und Rum Crooks (*3), bis ich mich schlieÃŸlich hocharbeitete zu den groÃŸen schwarzen phallischen Symbolen, die ich heute rauche.</p>
<p>Ich glaube, dass der Notstand des Zigarrenrauchers symptomatisch ist fÃ¼r eine ernsthafte SchrÃ¤glage der PrioritÃ¤ten in diesem groÃŸartigen Land. Nehmen wir z.B. an, 3 MÃ¤nner spazieren in ein kalifornisches Restaurant. Der erste trÃ¤gt einen Cowboyhut und raucht eine Zigarre von der GrÃ¶ÃŸe einer koscheren Salami, der zweite trÃ¤gt eine Uzi, und der dritte, der gerade zurÃ¼ckgekommen ist von einem Yogaseminar in Utah, ist nackt und darauf aus, so viele der GÃ¤ste wie mÃ¶glich verrÃ¼cktzumachen. VÃ¶llig klar, dass sich der Chefkellner und das Personal fast auf der Stelle zuerst des Cowboys annÃ¤hmen und ihn verhaften lieÃŸen. Die beiden anderen blieben Ã¼brig mit der Frage, was zum Teufel eigentlich passiert ist.<br />
Vielleicht kÃ¤me die Polizei dann spÃ¤ter nochmal zurÃ¼ck, um sich nach ihren DrehbÃ¼chern zu erkundigen.</p>
<p>Ich kann nur auf den Tag hoffen, an dem die Rolle der Zigarre in unserer Gesellschaft nicht lÃ¤nger zum Aschenhaufen der Geschichte gehÃ¶rt. Eine Zigarre hat etwas, dass nach einer Person mit einem gewissen spirituellen Gewicht verlangt, eine MaÃŸeinheit dafÃ¼r, mit sich im Reinen zu sein, ein geschickter Kunstgriff, die Welt auf Distanz zu halten. Zigarrenrauchen ist mehr als eine Angewohnheit, mehr als eine freudianische Zungenbewegung um nur ein weiteres Tabakprodukt herum. Zigarrenrauchen ist eine sÃ¤kulare Religion, eine Lebensweise fÃ¼r diejenigen MÃ¤nner (und Frauen), die keine Angst haben, zu leben.</p>
<p>Eine solche Person war auch Ernie Kovacs, ein Zigarrenraucher vor dem Herrn sowie sehr beliebter Pionier ikonoklastischer Comedy im Nachtprogramm. David Lettermann und viele andere bedienen sich noch immer bei Kovacs Material, seiner Philosophie und seinem Stil. Wir werden nie wissen, wieviel er sonst noch beigetragen hÃ¤tte zu einer dringend eines gesunden Lachens bedÃ¼rfenden Kultur, weil sein Leben 1962 im Alter von 42 leider zu frÃ¼h endete, als er sein Auto zu Schrott fuhr. Der Legende zufolge fand die Polizei Kovac Ã¼ber das Steuer hÃ¤ngend, die unvermeidliche Zigarre in der einen und ein unangezÃ¼ndetes Streichholz in der anderen Hand. Es gab die weitverbreitete Vermutung, dass sein Versuch, sich die Zigarre anzuzÃ¼nden, mÃ¶glicherweise den Unfall verursacht hÃ¤tte. Jedenfalls denke ich, wie auch immer, dass folgendes passiert ist: nach dem Unfall und im Bewusstsein, nur noch wenige Momente zum Leben zu haben, bestand seine letzte Handlung auf Erden in dem Versuch, sich seine Zigarre anzuzÃ¼nden.</p>
<p>Anmerkungen:</p>
<p>1 Kinky Friedman bezeichnet sich selbst manchmal als â€žder Kinksterâ€œ<br />
2 original bzw. besser: â€žSigmund Freud would be annoyedâ€œ<br />
3 beides Zigarillo-Sorten<!--1fe2a0c9460a8db79bf7b321a9bf12ea-->
</p>
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		<title>Tip&#8230;</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Mar 2008 00:27:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Danny Dziuk</dc:creator>
		
	<category>Sporadische Dauerkolumne</category>
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		<description><![CDATA[Bitte unbedingt vormerken (schrob darÃ¼ber an andrerer Stelle schon mal kurz): â€žBRENNENDES HERZâ€œ (Regie: Manfred Stelzer), Mi. 2.4. (!!!!), 20:15, ARD. Vor allem Alexander Scheer ist atemberaubend in diesem Film. Er geht Ã¼ber Neonazis &#038; wurde bisher - obwohl er mittlerweile etwa 2 Jahre alt ist - noch nicht ausgestrahlt: vielleicht zuviel Konfliktpotential. Nachdem die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bitte unbedingt vormerken (schrob darÃ¼ber an andrerer Stelle schon mal kurz): â€žBRENNENDES HERZâ€œ (Regie: Manfred Stelzer), Mi. 2.4. (!!!!), 20:15, ARD. Vor allem Alexander Scheer ist atemberaubend in diesem Film. Er geht Ã¼ber Neonazis &#038; wurde bisher - obwohl er mittlerweile etwa 2 Jahre alt ist - noch nicht ausgestrahlt: vielleicht zuviel Konfliktpotential. Nachdem die Zuschauerreaktionen bei dem ein oder anderen Festival eindeutig mehr als positiv waren, traut sich nun auch die ARD dran (die in der ersten Reihe).<!--6d1d9677068fdd824874c9123328c8b0--><!--68df0a6d03fede6d81dee5e398aecb1f-->
</p>
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		<title>Ein bisschen Kuckucksnest.</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Mar 2008 00:14:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Danny Dziuk</dc:creator>
		
	<category>Sporadische Dauerkolumne</category>
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		<description><![CDATA[Nur doch eben mal kurz noch zu dem Ã¤h&#8230;  Raucherlied: sicher gibtÂ´s Wichtigeres. Ich geh auch gern nach draussen, wennÂ´s andere stÃ¶rt. Mir doch wurscht. 
Wenn ich aber nach draussen soll, obwohlÂ´s offensichtlich niemanden stÃ¶rt, nehm ichÂ´s durchaus als Zeichen eines - sagen wir - intakten  DemokratieverstÃ¤ndnisses, wenn in meinem Kirchturm da oben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nur doch eben mal kurz noch zu dem Ã¤h&#8230;  Raucherlied: sicher gibtÂ´s Wichtigeres. Ich geh auch gern nach draussen, wennÂ´s andere stÃ¶rt. Mir doch wurscht. </p>
<p>Wenn ich aber nach draussen soll, obwohlÂ´s offensichtlich niemanden stÃ¶rt, nehm ichÂ´s durchaus als Zeichen eines - sagen wir - intakten  DemokratieverstÃ¤ndnisses, wenn in meinem Kirchturm da oben ein paar Alarmglocken bimmeln (leise, leise im Ã¤h&#8230; Wind). </p>
<p>Man kriegt jedenfalls zunehmend eine Art Versteckte-Kamera-GefÃ¼hl. Oder als wÃ¼rde jemand versuchen, die Leute absichtlich an offensichtlich absurde Handlungen zu gewÃ¶hnen. Wieso gibtÂ´s hier kein Rauchertaxi? Der Fahrer rauchte, das Taxi gehÃ¶rte ihm, es stÃ¼nde mit einem grossen Schild â€žRauchertaxiâ€œ dran, &#038; deshalb stiegen ja auch nur Leute ein, die eben rauchen wollten. Es wÃ¼rde keinen Nichtraucher auch nur im geringsten stÃ¶ren oder belÃ¤stigen. Ausser er wÃ¼rde spÃ¤tnachts in einem dunklen Wald von einem Irren verfolgt, aber in letzter Sekunde kÃ¤me auf der anliegenden einsamen Landstrasse zufÃ¤llig ein Rauchertaxi vorbei. Da hÃ¤tte er dann die Wahl: sich entweder von dem Irren verhackbeilen zu lassen oder aber durch Inanspruchnahme des Rauchertaxis via Passivrauchen 500 Jahre spÃ¤ter (statistisch gesehen) vielleicht an Lungenkrebs qualvoll zu sterben. Trotzdem: Nix da. Was soll der Scheiss? Sind wir hier im Kindergarten? </p>
<p>â€žVielleichtâ€œ, scheinen einige zu signalisieren: dass sie es nÃ¤mlich trotz allem irgendwie doch gut fÃ¤nden, wenn der Staat sie zu ihrem eigenen Besten reglementiert &#038; bevormundet. Mal ganz sanft gesprochen: wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr. </p>
<p>Sicher hatÂ´s zu tun mit diesem zunehmenden Gesundheits- &#038; Sicherheitsfundamentalismus, dessen Weltbild man ganz platt zusammenfassen kÃ¶nnte mit: wer am lÃ¤ngsten lebt, hat gewonnen. Auch wird die Welt ja immer unÃ¼bersichtlicher, die Konturen verschwimmen, alles schreit nach Profil, aber genau das ist eben immer schwieriger zu haben. </p>
<p>Und was wÃ¼rde etwa ein Politiker tun, der sÃ¤mtliche sonstigen Segel gestrichen hÃ¤tte, um sowas wie Profil zumindest halbwegs zu simulieren? Er suchte sich erstens einen mÃ¶glichst grossen positiven gemeinsamen Nenner (Gesundheit, immer eine sichere Bank), zweitens entsprechende Feindbilder. </p>
<p>Also erstmal die Raucher. Es kÃ¶nnte natÃ¼rlich ebenso gut gegen GummibÃ¤rchenfresser gehen, denn das ist ja auch nicht gesund: gar nicht auszudenken, um wieviel tausende von Prozenten das GummibÃ¤rchenfressen sÃ¤mtliche Organe wissenschaftlich nachweisbar mehr schÃ¤digt als das Nicht-GummibÃ¤rchenfressen (die Gottschalk-Fans werden schon noch sehen!). Und als nÃ¤chste sind dann die Dicken dran. Oder Hartzvierbezieher, die nicht mindestens eine Stunde tÃ¤glich freiwillig nordic-walken, um sich fÃ¼r eventuelle Jobs fitzuhalten, wenn die Gemeinschaft sie denn schon durchfÃ¼ttert. </p>
<p>Ãœberhaupt sind Raucher zunehmend Unterschicht, Prekariat. Was man mal ehrfurchtsvoll Arbeiterklasse nannte, ist im Bewusstsein derselben Leute innerhalb von ein paar Jahren zu einer Art Angstbild mutiert, das man nicht mal mehr mit der Kneifzange anfassen wÃ¼rde.<br />
Also schlagen wir doch einfach gleich zwei Fliegen mit einer Klappe &#038; verbieten ihnen erstmal die Feierabendzigarette in ihrer Eckkneipe. KÃ¶nnte ja sein, dass da mal ein Nichtraucher vorbeikommt, haha.  </p>
<p>Und fÃ¼r den Rest gehtÂ´s - haha - gegen Selbstbestimmtheit von allem, was irgendwie mit einem eigenen Geschmack von Spass oder Hedonismus zu tun haben kÃ¶nnte: sicher hat sowas immer einen Preis, aber die Entscheidung darÃ¼ber, wieviel man sich davon zumuten will oder auch nicht, mÃ¶chten sie einem auf gar keinen Fall mehr selber Ã¼berlassen: nein, wir verbieten euch das, das ist besser fÃ¼r euch. Und wer auch immer sich dagegenstellt, ist ein SchÃ¤dling der Gemeinschaft, basta. Die Oberkrankenschwester aus dem Kuckucksnest hat gesprochen. </p>
<p>Klar macht Rauchen sÃ¼chtig: aber das tun auch Psychopharmaka, Alkohol, Sex, Fussball, Musik, Computerspiele, Internetsurfen, Handy-Dauerquasseln oder Shareholder-Value. Auch ist all das mit Sicherheit nachweisbar schÃ¤dlich. Und wo bleiben denn da die Gesetze? </p>
<p>Eine Frage des Masses, oder? </p>
<p>Es gibt einen Aufsatz von Joe Jackson (www.joejackson.com - &#8220;Smoke, Lies &#038; The Nanny State&#8221;), der vor allem die SchrÃ¤glage einiger mittlerweile als selbstverstÃ¤dlich durchgehender Argumentationsfiguren sowie die wissenschaftliche Unredlichkeit von Studien zeigt, die im allgemeinen herangezogen werden, um die SchÃ¤dlichkeit beispielsweise des Passivrauchens zu behaupten: Tatsache ist, dass es offensichtlich bisher keine einzige seriÃ¶se Studie gibt, die schlÃ¼ssig nachweisen wÃ¼rde, dass Passivrauchen deutlich schÃ¤dlicher wÃ¤re als etwa Motorradfahren oder auch nur der ganz normale Grossstadtsmog. Und immerhin dreht sichÂ´s hier fÃ¼r meine Begriffe um DAS zentrale Argument der Anti-Raucher-Bewegung: es fÃ¤llt schlicht weg. </p>
<p>Ã„hnlich die angebliche â€žStudieâ€œ des Deutschen Krebsforschungszentrums von 2005, der zufolge etwa 3000 Menschen im Jahr an den Folgen des Passivrauchens sterben: sie ist erstens nur eine Metastudie, beruht zweitens in den wesentlichen Punkten auf reinen Mutmassungen &#038;  treibt drittens das Ã¼bliche Schindluder mit Statistiken (einleuchtendstes Beispiel: fÃ¼llt jemand etwa 50 Lottoscheine aus statt einem, sind seine Chancen auf den Hauptgewinn zwar statistisch gesehen um beeindruckende 5000 Prozent gestiegen, in Wirklichkeit aber noch immer etwa gleich Null. - Analog dazu gilt etwa folgende SchÃ¤tzung als ungefÃ¤hr zutreffend: 160 von 100.000 Rauchern - im Gegensatz zu 7 von 100.000 Nichtrauchern - bekommen irgendwann in ihrem Leben Lungenkrebs. Also ist das Risiko bei Rauchern 24 Mal hÃ¶her,  oder beÃ¤ngstigender ausgedrÃ¼ckt: 2400 Prozent! -  Obwohl manÂ´s statistisch auch <em>so</em> ausdrÃ¼cken kÃ¶nnte, dass der Durchschnittsraucher immer noch eine 99,8 -prozentige Chance hÃ¤tte, sich eben keinen Lungenkrebs zu einzufangen). Viertens jedoch - &#038; das ist der eigentliche Clou - waren 1 Drittel dieser angeblichen 3000 Passivrauch-Toten Ã¼ber 85 Jahre alt. Kein Scherz. </p>
<p>Und nachdem also diese durch nichts bewiesene  Behauptung dann aggressiv &#038; nichtsdestotrotz als wissenschaftlich seriÃ¶se Meldung durch sÃ¤mtliche Medien trompetet wurde, wird sie einem seitdem nicht nur gebetsmÃ¼hlenartig von allen Seiten immer wieder um die Ohren gehauen, sondern dient - was dÃ¤mlicher ist - auch als Grundlage fÃ¼r entsprechende Gesetzgebungen (siehe z.B. ZEIT online, 17.12.05: â€žRaucher tÃ¶tenâ€œ).  </p>
<p>Oder nehmen wir Behauptungen wie: &#8220;Raucher belasten die Krankenkassen. Und wir alle zahlen fÃ¼r diese egoistischen Parasiten dabei drauf.&#8221; - Also wenn Raucher tatsÃ¤chlich auch nur halb so oft an Krebs erkrankten bzw. entsprechend frÃ¼her sterben wÃ¼rden, wie die Antiraucher behaupten - &#038; durch entsprechend teure Therapien eben &#8220;uns allen auf der Tasche&#8221; lÃ¤gen - dann sÃ¤he die entsprechende Gegenrechnung in der Tat so aus, dass sie &#8220;uns&#8221; aber dafÃ¼r ein Vielfaches an Rentenausgaben &#8220;ersparen&#8221; wÃ¼rden. Denn was wÃ¤re schon ein halbes Jahr Chemotherapie gegen 20 Jahre Rente kassieren? - Wir denken hier nur eine Argumentation der Antiraucher folgerichtig &#038; ihrer eigenen Logik nach zuende: es sprÃ¤che gegen sie. </p>
<p>Was aber weit mehr noch gegen sie spricht, ist Ã¼berhaupt dieses Aufmachen einer Kosten-Nutzen Rechnung: denn es geht ja hier immerhin um Menschen &#038; nicht um GebrauchsgegenstÃ¤nde. Und jeder, auf den solche Rechnungen angewandt werden, hat von vornherein verloren.  </p>
<p>Womit wir wieder bei meinem Liedchen wÃ¤ren: denn es fÃ¼hrt - zumindest teilweise (Scheisse, ich werd ja hier immer ernster&#8230; und warum muss ich mich eigentlich andauernd erklÃ¤ren? Offensichtlich bin ich ein Zwangsneu-&#8230; Ã¤h&#8230; zwnagsneu-zwangsneu-zwangsneu&#8230; ) - genau diesen Effekt vor. Nur halt in diesem Fall auf Nichtraucher angewandt anstatt - wie zunehmend selbstverstÃ¤ndlicher - auf Raucher. Was dann so absurd wird, dass es gar nicht anders kann, als eben vollkommen in Satire umzukippen. Es hÃ¤tte ebensogut gegen Nicht-GummibÃ¤rchenfresser gehen  kÃ¶nnen, was ja vielleicht sogar noch komischer geworden wÃ¤re. Die Methode: wir suchen uns irgendein x-beliebiges Feindbild &#038; stampfen es mithilfe einer logisch-statistischen Kosten/Nutzen-Rechnung - und zwar wieÂ´s uns gerade passt bzw. der Schnabel gewachsen ist - einfach mal ungespitzt in den Boden: ein Spass fÃ¼r die ganze Familie quasi, sehr lehrreich &#038; lustig. Nur wenn diese allzuoffensichtliche Methode zufÃ¤llig auf Raucher angewandt wird, lacht kaum noch jemand. Wieso eigentlich nicht?</p>
<p>Der Rest: gerne geschenkt, liebe Nichtraucher &#038; GummibÃ¤rchenverweigerer. Und so wichtig - wie gesagt - ist das Thema ja nun auch wieder nicht. Wollte halt nur kurz mal eben Ã¤h&#8230; naja, vielleicht auch egal. Nicht egal dagegen scheint mir allerdings die MentalitÃ¤t <em>dahinter</em>: Haben diese Leute nichts anderes zu tun?<!--3112650e7e15355e75dab9aaa43acbbd-->
</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Musikerleben, ab &#038; zu.</title>
		<link>http://dziuks-kueche.de/blog/2007/12/18/musikerleben-manchmal/</link>
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		<pubDate>Tue, 18 Dec 2007 18:16:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Danny Dziuk</dc:creator>
		
	<category>Sporadische Dauerkolumne</category>
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		<description><![CDATA[29.11.07
Gestern abend letzter Duo-Gig mit Thomas in Zwickau (â€žAllein &#038; Beisammenâ€œ - gleichnamiges StÃ¼ck von ca. 92Â´ Ã¼brigens anbei, plus â€žHarte Zeitenâ€œ von ca. 98/84Â´), dann heute morgen nochmal kurz ein Abstecher nach Chemnitz, wo Bob Dylan seine erste  weltweite Ausstellung als Maler hat, soweit ich weiss. Na schÃ¶n, Chemnitz.
Was wollte ich sagen? - [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>29.11.07</p>
<p>Gestern abend letzter Duo-Gig mit Thomas in Zwickau (â€žAllein &#038; Beisammenâ€œ - gleichnamiges StÃ¼ck von ca. 92Â´ Ã¼brigens anbei, plus â€žHarte Zeitenâ€œ von ca. 98/84Â´), dann heute morgen nochmal kurz ein Abstecher nach Chemnitz, wo Bob Dylan seine erste  weltweite Ausstellung als Maler hat, soweit ich weiss. Na schÃ¶n, Chemnitz.<br />
Was wollte ich sagen? - Naja, also ne ziemliche Fahrerei, ein paar zauberhafte Momente, Besucherzahlen nicht gerade berauschend, aber draufgezahlt hat auch niemand gross. Und â€žjederzeit gerne wiederâ€œ. Es fÃ¤llt mir auch nicht schwer, ziemlich nett zu sein. Ab &#038; zu hÃ¶re ich dann ne Frage wie: â€žKann man davon eigentlich leben?â€œ (Ãœbrigens proportional abhÃ¤ngig von der Zuschauerzahl: von 20 bis 40 fÃ¤llt sie so gut wie immer, von 40 bis 80 manchmal, darÃ¼ber so gut wie nie) - wonach ich mich fast immer beeile zu erklÃ¤ren, daÃŸ ich ja eigentlich z.B. von Filmmusik lebe, und dann lass ich noch wie zufÃ¤llig ein paar Namen fallen, eigentlich ne Scheiss-Tour, aber danach ist regelmÃ¤ssig wenigstens Ruhe im Karton. Manchmal schau ich den Kandidaten auch einfach an &#038; sag betont beilÃ¤ufig: â€žNa, sicher.â€œ Was natÃ¼rlich dann nicht so nett ist, aber die Frage ist es ja im Grunde auch nicht. Dieses Spielchen wiederholt sich alle paar Abende, und dann gibtÂ´s mÃ¶glicherweise noch ein Hotelzimmer mit Blick auf die lausigste Spielothek im deprimiernendsten Viertel, das die jeweilige Stadt zu bieten hat (&#038; ganz sicher dann auch mit Rauchverbot, was man allerdings bedenkenlos irgnorieren kann, da im ganzen Hotel eh sonst niemand ist), &#038; wenn man dann noch vergessen hat, sich wenigstens was Nettes zu trinken mitzunehmen, dann kannÂ´s schon mal vorkommen, dass man sein Spiegelbild in dem extrem nach billigen Desinfektionsmitteln stinkenden &#038; an anonymer HÃ¤sslichkeit kaum zu Ã¼berbietendem Duschklo fragt: â€œJa, was machst Du hier eigentlich?â€œ - </p>
<p>Was selbstverstÃ¤ndlich noch lange nicht die unterste Sohle ist: Vor ein paar Jahren zum Beispiel spielten wir (in diesem Fall: die alte Band) fÃ¼r 2 Tage in einem DarmstÃ¤dter Etablissement, wo wir zunÃ¤chst - vÃ¶llig auf uns selbst gestellt - eine ganze PA aufbauten &#038; soundcheckten. Schliesslich liess sich ein langlockiger bzw. belederhoster Jim Morrison-Verschnitt dazu herab, uns unsere Schlafgelegenheit zu zeigen. Wir kletterten mit unserem GepÃ¤ck ein paar seltsame Treppen rauf &#038; landeten schliesslich in einem etwa 3&#215;3 qm grossen Zimmer mit nichts als 4 Pritschen drin. Es war ausserdem Winter, ziemlich kalt, &#038; an der Wand hing ein Blechautomat, in den man MÃ¼nzen werfen konnte: 5 Mark fÃ¼r je 12 Stunden Beheizung. Dann fÃ¼hrte er uns Ã¼ber einen Flur, um uns die dazugehÃ¶rige Dusche zu zeigen. Wir kriegten mit, daÃŸ die Etage eine Art stÃ¤dtisch subventioniertes Ãœbergangswohnheim fÃ¼r Asylanten war; und im Gegensatz zu Lederhosen-Jim waren die ziemlich nett. Dann kamen wir ins Bad: von 2 oder 3 RestÃ¶sen herab hing ein verranzter Duschvorhang, die Kacheln &#038; das Becken waren von einer - auch farblich changierenden - unregelmÃ¤ssigen Schicht fettÃ¤hnlicher Konsistenz Ã¼berzogen, &#038; auch der Rest liess eindeutig befÃ¼rchten, sich bereits durch den blossen Anblick mit irgendeiner scheusslich juckenden Krankheit zu infizieren. Das ganze dann vorgestellt  mit den Worten: â€œUnd bitte die Dusche so verlassen, wie ihr sie vorgefunden habt.â€œ Ich starrte auf die schiefe Duschstange &#038; entdeckte eine halbverhungerte Spinne bei der Halterung. </p>
<p>Andererseits - nur gerechtigkeitshalber - gibtÂ´s natÃ¼rlich auch sehr nette Veranstalter, gute Hotels &#038; Ã¼berhaupt HerzenswÃ¤rme allenthalben. Bis hin zu DollarmilliardÃ¤ren, die einen z.B. auf die Bahamas einladen. Treppe rauf, Treppe runter, und alles dazwischen.</p>
<p>05.12. </p>
<p>Gestern traf ich zufÃ¤llig seit langem mal wieder Hans Wallbaum, mit dem zusammen ich nicht zuletzt ein paar Jahre in Diensten von Stoppok verbrachte. Er ist ein Urgestein von einem Schlagzeuger, hat seinen eigenen Stil &#038; Geschmack, &#038; seine Physiognomie erinnert mich immer - wenn auch sehr entfernt -  an die von Joseph Conrad, und nicht zuletzt umgibt auch ihn irgendwie das Flair eines gentlemanhaften Ex-KapitÃ¤ns. Was aber vielleicht auch gar nicht so weit hergeholt ist, denn die Rolle eines geschmacksintegren Musikers auf so lange Zeit durchzuhalten Ã¤hnelt in der Tat dem Risiko zumindest eines Matrosens beim Befahren der 7 Weltmeere. In seinem Fall unter der Flagge des RockÂ´n Roll (da war ich mal Smutje), wobei Desertation nur um den Preis des Gesichtsverlustes zu haben ist. Zwei der AusdrÃ¼cke, durch die ich sofort sein Bild vor Augen hab, lauten â€žnicht ehrenrÃ¼hrigâ€œ bzw.  â€žverschworener Haufenâ€œ.  Aber egal jetzt, wir haben andere Zeiten. Und ich trauere einigen frÃ¼heren eigentlich auch nicht sonderlich hinterher.</p>
<p>Na  gut, wir trinken also einen Kaffee am Hermannplatz (da trifft man komischerweise immer Leute zufÃ¤llig seit langem mal wieder) &#038; er spielt zur Zeit auch mit dem britischen SÃ¤nger X, der wiederum mit einem meiner Helden - nÃ¤mlich Van Morrison - gemeinsame Auftritte hatte. Ich frag ihn natÃ¼rlich nach entsprechendem Seemannsgarn, &#038; er erzÃ¤hlt z.B. folgendes: Also die Band spielt, &#038; Van-The-Man steht vÃ¶llig regungslos da auf der BÃ¼hne in seiner typischen bewegungslosen Pose (so als warte er auf Inspiration, oder was immer das auch bedeutet), &#038; es dauert &#038; dauert, &#038; schliesslich hÃ¤lt X es nicht lÃ¤nger aus, geht ans Mikrophon &#038; singt den Song selber. Van lÃ¤sst sich zunÃ¤chst nichts anmerken, aber nach dem Gig klopftÂ´s an X-ens Garderobe, &#038; herein kommt - wer auch sonst - Van. Woraufhin folgender Dialog stattfindet: (Van) â€žDu weisst, wer van Morrison ist?â€œ - (X) â€žJa.â€œ - (Van) â€ž Und Du weisst auch, dass Van Morrisson diesen Song hÃ¤tte singen sollen, den Du Dir einfach herausgenommen hast, ihm wegzunehmen?â€œ - (X).: Ja, Sir.â€œ - (Van, nach einer langen Pause) â€žAlso mach das <em>nie wieder</em>.â€œ - Herrlich, wenn auf die alten Haudegen noch immer Verlass ist.  </p>
<p>13.12.</p>
<p>Momentan in einem bayrischen Dorf im Haus eines befreundeten Musikers. Gestern mittag kam ich runter in die KÃ¼che &#038; sah draussen die ersten Schneefelder dieses Jahres. Ich war allein &#038; es roch nach Holzfeuer. Auf dem KÃ¼chentisch liegt â€žDie Zeitâ€œ, &#038; das Foto von Ahmadinedschad auf der Titelseite erinnert mich vage an JÃ¼rgen Prochnow. Ich beschliesse, zunÃ¤chst nichts davon zu lesen &#038; mach mir erstmal einen Kaffee. Ein paar Stunden spÃ¤ter hab ich immer noch nichts davon gelesen.</p>
<p>Wir nehmen hier gerade - zwischen 2 Gigs - ein paar Songs auf: kein technischer Schnickschnack, einfach in der Runde sitzen &#038; spielen, ein paar Mikros, 2 Amps &#038; ein Laptop &#038; das warÂ´s. Nichtmal KopfhÃ¶rer. So lautete der Plan: das Wesentliche zuerst. Und vor allem mit einem GefÃ¼hl dafÃ¼r, in welchem natÃ¼rlichen Raum das alles Ã¼berfhaupt stattfindet. Wolf wirdÂ´s dann zunÃ¤chst in sein eigenes Studio mitnehmen &#038; Schlagzeug drauf spielen (darin ist er eh Weltmeister), spÃ¤ter krieg ichÂ´s dann wieder &#038; wir werden sehen. Jedenfalls klingtÂ´s sehr vielversprechend. Ein Song zum Beispiel, den ich mit der KÃ¼che schon des Ã¶fteren vergeblich probiert hatte (danach ist so ein Song dann quasi traumatisiert, oder vielleicht auch wirklich Scheisse), klang plÃ¶tzlich auf Anhieb genau richtig. BestÃ¤tigt mich vor allem in meiner schon seit einiger  Zeit gehegten Annahme: Entweder ist etwas <em>direkt</em> gut, oder vergiss es.<br />
Was in Berlin mit der KÃ¼che nicht ganz so der Fall war, denn dort unten in einem kleinen Kellerstudio sassen wir zwar auch in einer engen Runde, aber es gab z.B. KopfhÃ¶rer &#038; mein Gesang zÃ¤hlte nicht, da es zuviele â€žÃœbersprechungenâ€œ gab (d.h. was vom Schlagzeug mit aufÂ´s Gesangsmikro kam, war zu laut, um damit hinterher arbeiten zu kÃ¶nnen). Aber auch hier kriegte ich eigentlich, was ich wollte: grÃ¶sstmÃ¶gliche Direktheit &#038; rÃ¤umlichen Kontakt der Musiker wie auf einer BÃœhne oder in einem Wohnzimmer. Also quasi entweder direkte Magie oder eben Maggie. Um die 20 Songs sind jedenfalls auf diese Weise jetzt aufgenommen &#038; harren quasi weiterer Arbeit. -</p>
<p>16.12. </p>
<p>So, wieder in Berlin bzw. erstmal wieder ein biÃŸchen mehr Geld verdienen (s.o.), wird mir aber auch nicht sonderlich schwerfallen, &#038; im Februar/MÃ¤rz werd ich das ganze Sammelsurium dann mischen &#038; Ã¼berhaupt erstmal sortieren: KÃ¼che &#038; SÃ¼dbalkon &#038; welche Anteile. Oder vielleicht auch 2 Platten. Dazu gibÂ´s auch noch einige Songs, die ich alleine einzuspielen vorhabe. Weshalb auch erstmal die Live-Auftritte ein biÃŸchen flachfallen werden. Hab halt keinen Stab von majorlabelfinanzierten Dienstboten um mich herum &#038; das dauert dann halt mal. Was sollÂ´s, es gibt Schlimmeres (zum Beispiel majorlabelfinazierte Dienstboten). Herauskommen sollÂ´s jedenfalls etwa Sept. 08, und bis dahin kann eh noch eine Menge passieren. -<!--ffc5ccc4257363a865695f1ed6d2196b-->
</p>
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