Notizen…

August 17th, 2007 - 1 Kommentar

Ein paar Notizen: die neue Ausgrabung heisst „Verliebt & Blind“, Text stammt von Bernie Conrads (mit ein paar kleinen Erweiterungen meinerseits), demomässig aufgenommen schätzungsweise 99, bisher nirgendwo erschienen. Gefällt mir momentan so gut, daß ich´s beinah für die nächste CD in Betracht ziehe. Soll ich (ich meine, das mal richtig aufnehmen)? Und wo wir gerade dabei sind: auf Bernies demnächst etwa Ende September erscheinender CD („Irgendwo dahinten“ betitelt) hab auch ich ein paar keyboards gschpuilt (bayrisch).

Das beste Chanson, das ich seit langem in deutscher Sprache gehört hab, stammt von Sebastian Krämer & heisst „Kein Liebeslied für dich“ (zu finden auf seinem Album „Schule der Leidenschaft“). Sowas ist mir bisher noch nicht untergekommen, da hatte jemand ne Sternstunde (oder auch ne Menge Arbeit), da stimmt alles, & da können sich z.B. unsere superintelligenten Diskurspopvertreter mal derartig eine Scheibe von abschneiden, daß es wehtut: ich versteh nicht, wieso der dafür nicht mit Preisen u.ä. überhäuft wurde. Aber so undankbar & seltsam ist eben vermouthlich (Prost!) die äh… Welt.

Dann noch was: Vor etwa 10 Jahren fand in der damals von Stoppok gemieteten & zum Studio umgebauten Zeche Bonifatius in Essen eine 10-tägige Begegnung der ziemlich anderen Art statt. 6 Musiker/innen trafen sich aus reiner Begeisterung (u.a. füreinander) zu einem kleinen
Experiment: was würde passieren, wenn´s keinen Chef, keine Songs & auch sonst keine Vorgaben gäbe? Was würde dabei für eine Musik herauskommen? Ausser der Regel, daß Keyboards jeglicher Art verboten waren, konnte jeder machen (oder vorschlagen), was er/sie wollte. Überall standen Gitarren, Verstärker, Trommeln & Mikros herum, wir hatten einen Koch & brauchten uns auch sonst um nichts zu kümmern als ab & zu mal auf den roten Knopf der 24-Spur-Bandmaschine zu drücken. Man konnte ansonsten in den herrlichen Hallen dieser alten Zeche herumhängen, Tischtennis spielen, dummes Zeugs erzählen oder auch sich in eine Ecke verziehen & Texte für Jamsessions schreiben, die man bereits aufgenommen hatte (oder irgendwie noch vorhatte auszuprobieren). Oder auch das ein oder andere Getränk zu sich nehmen, falls mal irgendwas hakte. Es entstand ziemlich schnell eine sehr freie, warmherzige & eigenartig inspirierte Athmosphäre, in der jeder der Beteiligten ganz wie von selbst zu absoluter Hochform aufzulaufen schien. Wunderbare 10 Tage waren das. Übrig blieben schliesslich 10
oder 11 Songs, die tatsächlich teilweise geradezu glücklichmachende Momente oder Passagen dieses schönen Kollektiv-Geistes hörbar machten, welcher daselbst in jenen 10 Tagen in diesen alten Gemäuern irgendwie unaufhörlich herumschwebte. Wir nannten das „Projekt“ im Nachhinein dann „Jumpin Jesus“, was übersetzt wahrscheinlich so etwas ähnliches heissen will wie „Himmel, Arsch & Wolkenbruch“.

Wie auch immer, jedenfalls wurde diese Musik - aus diversen (& mir teilweise auch schleierhaften - s.o.) Gründen - bisher nie irgendwo veröffentlicht. Was (Achtung: Tusch!!!) sich jetzt wiederum geändert hat: Es gibt die ersten 4 Songs davon nämlich jetzt zum freien Downloaden (oder auch nur Hören) unter www.myspace.com/jumpinjesusband. Weitere werden in Abständen folgen (und zwar so lange, bis das Schatzkästchen leer ist & keiner von uns auch nur einen Cent daran verdient äh… gut, was!?).

Neue Leute…

June 16th, 2007 - Kein Kommentar

Wie teilweise vielleicht schon bemerkt, ist die rythm-section der Küche mittlerweile neu besetzt: Max Schwarzlose (dr) kommt sowieso aus meinem Lieblingsumfeld von Berliner Musikern & spielte u.a. ne zeitlang mit Chris Whitley (Iss was?). Thomas Baumgarte (b) hatte ich auch schon länger auf meinem Zettel (wusste er aber nicht) & durch eine Art glücklichen Zufall sagte jemand genau im richtigen Augenblick das Richtige (und zwar ziemlich exakt 2 Wochen vor der letzten Tour, tja… puhhh). Und den ersten wirklichen Test haben wir auf dem OBS #11 in Beverungen auch ziemlich gut bestanden, würde ich jetzt mal so sagen. Ausserdem würde ich darüberhinaus sogar jetzt mal so sagen, daß das ganze irgendwie kreuzverflixt kompakter geworden ist. Ja, ich würde sogar soweit gehen, zu behaupten, daß genau dieses Wort möglicherweise die treffendste Bezeichnung für den jetzt doch schon ziemlich veränderten Sound der Band ist. Schön, das. (Kulle zog´s eh in letzter Zeit mehr in Richtung Theatermusik & Schauspielerei, & vielleicht geht er demnächst für längere Zeit nach Ingolstadt; während die Sache mit Moe ein bißchen komplizierter ist, wenn nicht sogar Glatteis, & deshalb: Klappe halten. Immerhin scheint Hans noch halbwegs bei Laune, was ja durchaus auch keine Lappalie ist nach über 10 Jahren Geheimtippdasein). Hier & da jedenfalls erwisch ich mich jedenfalls dabei, geradezu diebisch froh zu sein ob der neuen Konstellation. Und wir haben gerade erst angefangen… (bzw. hier nicht zu vergessen: einen schönen Gruss an den ebenfalls sonnigen Südbalkon: Köpf & Georg Spindler sind vermutlich momentan in Südfrankreich (Neid!!!), & was der Herr Wolff wohl gerade macht? Jedenfalls: We´ll all have a drink later… also quasi „wir alle werden haben eine Tasse Tee die Tage“).
Ansonsten hab ich gerade ziemliche Zahnschmerzen, aber die nächtlichen Gewitter zur Zeit haben - wie zum Ausgleich - was absolut Herrliches.

.

schnell was zum Schreiben

May 19th, 2007 - Kein Kommentar

18.05.07

Da ich hier schon länger nicht mehr kolumnet habe, dachte ich, vielleicht wären (zum Ausgleich) mal wieder zwei weitere Stücke aus der Schublade nicht schlecht.
Das erste - beide übrigens Cassettenüberspielungen (Rauschen) - entstand etwa 92´ auf ner Stoppok-Tour. Brauchte dafür, daran kann ich mich erinnern, nur etwa 10 Minuten, für mich sensationell. So schnell hab ich jedenfalls nicht mal annähernd je wieder irgendwas fertiggebracht. Hatte zwar später nochmal versucht, daran herumzudoktern, aber es ging nicht. Komischerweise kann ich mich auch immer noch dran erinnern, wie das Hotelzimmer aussah, in das ich reinkam & schnell was zu Schreiben brauchte. Ausserdem war´s ein schöner Tag draussen. Jedenfalls hab ich diese Version hier dann etwa 5 Jahre später aufgenommen (eigentlich für „Vom Tisch“… flog dann aber aus irgendwelchen Gründen raus. Vielleicht ein bißchen zu düster. Vielleicht hab ich auch dieser absoluten Momentaufnahme misstraut. Dazu kommt, daß hier keineswegs klar ist, wer das Erzähler-Ich überhaupt ist … & sowieso & ausserdem: können hochkarätige Bluesdepressionen am Ende nicht auch manchmal ganz gesund sein? Sie können die Zeit spiegeln, einen Verlust, oder auch was anderes, das einen nicht eher von der Leine lässt, als bis man dem zumindest ne zeitlang eine gewisse Realität zugestanden hat. Oder Wörter dafür gefunden. Psychologen täten vielleicht sagen: besser “Trauerarbeit” als Schizophrenie. Auch Nick Cave & andere eher dunkel daherkommende Gestalten vertrauen auf nichts anderes als diesen Mechanismus. Soviel ich weiss bzw. soweit die Theorie, klar).
Das zweite war - Anfang 2000 - eine Auftragsarbeit für Gerd Köster im Rahmen einer Kölner Veranstaltung, bei der es um die Ausgleichszahlungen für NS-Zwangsarbeiter ging. Ich hatte exakt 2 Wochen Zeit dafür, & das hier ist das Demo, das ich ihm dann schliesslich schickte: „Zeit in Flammen“. Gerd änderte den Refrain ein bißchen (& es hiess schliesslich „Blitzblanker Hohn“. Und in der Version spielten wir es dann auch noch einmal bei der Verleihung des Demokratiepreises der „Blätter für deutsche und internationale Politik“ an Lothar Evers - näheres nachzulesen am Ende der Kolumne vom Juni 2000).
Mittlerweile sind besagte Ausgleichszahlungen - mehr oder weniger kläglich - auch zu einer Art Abschluss gebracht worden, während altbekannte ExNazis in der Regel hier schon immer & völlig problemlos & mit fetten staatlichen Pensionen einer milden & vergesslichen Abendsonne entgegensehen konnten… letzteres jedenfalls mit ein Grund, warum es hier mal Dinge wie die RAF gab (falls das jemand vergessen hat). Wohin mit dieser berechtigten Wut? Daß die RAF perverserweise auch den Grundton (zumindest mit-) vorgab für einen leider teilweise bis heute latenten (& wortreich als Antizionismus verkleideten) Antisemitismus (oder auch sehr gutmütig ausgedrückt: unverhältnismässig idiotische Begriffsstutzigkeit bei allem, was Israel & Palästina betrifft) der deutschen (Ex-)Linken, gehört dabei selbstverständlich mit in diesen Zusammenhang (danke für die diesbezügliche mail, D.S.). Und Entschuldigung für all diese Klammern hier (aber immerhin hab ich auch das jetzt hinter mir).
Jedenfalls bin ich froh, daß mir früh genug Dylan oder Miles Davis über den Weg liefen. “Bitches Brew” von 69´ beispielsweise: was für ein Feuerwerk! Und etwas später dann Henry Millers Griechenlandbuch oder Dostojewskis “Idiot” (ich will hier auch nicht weiter herumandréhellern, versprochen, sondern nur gerade eben genügend, um die Richtung anzudeuten, in die sich mein Kopf etwa Mitte der Siebziger davonmachte. “Eskapismus” nannte man das damals… gar nicht davon zu reden, in welche noch viel “unpolitischeren” Regionen sich diese Helden der Arbeit dann teilweise - und gar nicht so sehr viel später - selber davonstahlen. Verstärkt für mich jedenfalls eindeutig die Frage, ob das sog. Politische nicht sowieso & per se & selber schon immer eine Art Eskapismus war. Wovor? Vor der halbwegs ehrlichen Auseinandersetzung mit der eigenen Person. Verstehen Sie, Mijnheer?). Das war alles noch vor Punk. Und von da ab war die Sache dann endgültig für mich entschieden. Ein paar andere hatten vielleicht weniger Glück. Und noch ein paar andere… ach, ein andermal, sonst wird die Nacht hier womöglich wieder zu lang. Und ich muss schliesslich auch meine gegenwärtige Filmmusik noch zuendekriegen („Mein Gott, ist der mal wieder mit wichtigen Sachen beschäftigt, dieser Angeberarsch!“). Ausserdem bewundere ich seit einiger Zeit einen deutschen Schauspieler ganz besonders: Alexander Scheer (das ist gerade „mein“ zweiter Film mit ihm, & ich hoffe, sie werden den ersten demnächst mal endlich in der Glotze zeigen: er heisst „Brennendes Herz“, geht über Neonazis & Scheer ist schlicht grossartig). Der soll jedenfalls bittebitte so weiter machen, dem sollen alle seine Sterne aufgehen.
Denn z.B. Harald Schmidt (Katholik) sinkt demnächst Richtung Oliver Pocher (Zeuge Jehovas, ex). Sie kennen sich aus der Werbung für Mediamarkt. Und in diesem Fall bin ich (dagegen dann) selbstverständlich nur ein ziemlich kalter Beobachter. Wenn so jedenfalls die weltlichen Aktivitäten eines in diesem gerade neu angebrochenen global-multimedial-digitalen (usw.) Zeitalter sich ebenfalls neu orientieren müssenden Christentums aussehen, dann äh…. ja, gute Nacht, Trompeter: Ein neues Jerusalem wird das jedenfalls nicht. - So, ab ins Bett.

good luck!

December 31st, 2006 - 2 Kommentare

Taube jpeg klein.jpg

So, wie diesem Beatle hier,
der - ohne die andern vier -
rübermacht trotz Staugefahr,

wünscht auch Euch per Schüttelreim
Glück (im Küchen-Kittel) beim
Übergang ins neue Jahr:

Danny

(Foto: Christof Stählin,
der ausserdem ein viel
hübscheres Sylvesterlied
dazu schrob als dies hier,
aber egal.)

Saubillich, die zweite.

December 30th, 2006 - 3 Kommentare

Die stupide Logik, nach der schliesslich wahr wird, was man nur oft genug wiederholt; die Tendenz, daß Zumutungen wie besagter Saubillich-Spot zunehmend widerspruchslos als cool empfunden werden; ja, - im Gegenteil - jede Art des Unbehagens bereits als deutliches Zeichen von Nörgelei oder Gestrigkeit gelesen wird; die anmassende Selbstverständlichkeit, mit der einem solche zwangsamputierten Plumpheiten & Auswüchse mentaler Fettarschigkeit im Grenzfall als „augenzwinkernd“ verkauft werden sollen (bis hin zum Gesichtskrampf). Die atemberaubend inflationäre geistige New Economy der Werbegötter mit ihren astronomischen Etats, deren konturloses Wischiwaschi einem durch sämtliche Kanäle & an jeder Ecke pausenlos entgegentorkelt, genauso bekokst wie dessen besinnungslosen Erzeuger selbst (Frédéric Beigbeder): ein dumpfes, überbezahltes, parasitäres & nichtsnutziges Pack (nichtsdestotrotz umgeben vom Nimbus des Traumjobs bzw. respektabler Hipness), das man gar nicht genug beleidigen… äh, soll ich noch weitermachen?

Na schön: akkustische & optische Umweltverschmutzer allerhöchsten Grades; & nee, schon lange nicht mehr nur Werbefuzzis, die´s halt nicht anders können, sondern mutierte kleine menschliche Monstren, die mittlerweile weitgehend den Ton bestimmen bzw. eine neue biologische Spezies ankündigen, die sich zunächst durch eine merkwürdige neuronale Veränderung in der Gehirnstruktur auszeichnet, bei der vor allem die Synapsen zum sog. Peinlichkeitsbewertungszentrum komplett gekappt zu sein scheinen: den homo ballaballa… so, reicht´s jetzt? Gut, ich hör ja auf… wollte nur „augenzwinkernd“ (also quasi: „““ „““ „““ „““ „) noch mal kurz verdeutlichen, auf wen bzw. welche Mentalität meine letzte lustige kleine Tirade zielte. Nee, nicht witzig? Und auch nicht die Frage?

Ok, dann eben FaktenFaktenFakten (soweit mir bekannt): ausgehandelt wurde das ganze zwischen Mediamarkt, der Werbeagentur Kempertrautmann & der Sony, die mittlerweile die alleinigen Verlagsrechte besitzt. Das liegt aber nicht an den Brüdern Möbius, sondern an Rio Reisers Verträgen mit George Glück, der seine Rechte irgendwann nach dessen Tod an die Sony verscherbelt hatte. Zwar hätte eine Klage seitens der Erben vielleicht Aussichten auf Erfolg gehabt, doch beinhaltete das Risiko eines Mißerfolges (finanzielle Giganten, mit denen man sich da anlegt, für die solche Lappalien wie Gerichtskosten oder die allerbesten Anwälte nur ein Schulterzucken bzw. ein Posten unter ´geringfügige Abschreibungen´ bedeutet) ein derartig existentielles Desaster für das eh schon in dieser Hinsicht nicht besonders betuchte Rioarchiv (vorsichtig formuliert), daß man sich dort - schätze ich - am Ende entschloss, den Spiess einfach umzudrehen. Und wenn schon, dann wenigstens so viel Schmerzensgeld (nichts anderes ist es am Ende) dabei herauszuholen wie irgend möglich (hoffe ich), was vermutlich hiess (fürchte ich): bis zu einem gewissen Grad zähneknirschend zu kooperieren. Und ausserdem hoffe ich, daß ihnen dabei ihre Zähne nicht so ausgefallen sind wie dem Song ´König von Deutschland´. Es wäre schade angesichts all der sonstigen schönen Arbeit, die sie - mit geradezu engelshafter Geduld & unterbezahlter Ausdauer - bisher getan haben. Und was für ein überheblicher Spinner wäre ich, sie dafür bzw. für mangelnde Risiko- oder Opferbereitschaft zu schmähen (jau!). Die sie allerdings (d.h. die Opferbereitschaft) erstmal auch von niemandem sonst mehr einfordern sollten. Ich hoffe also, sie kriegen Geld dafür, viel Geld, so daß das Rioarchiv seine Aktivitäten - und zwar besser bezahlt - fortsetzen kann. Und ausserdem in Zukunft möglichst ohne solche überspannt seltsamen & eierigen Kommentare wie der ´Hunz & Kunst´ -Beitrag von Peter Möbius auf der Rio Reiser-Homepage, aber davon will ich jetzt nicht auch noch anfangen. Was ich jedoch auf gar keinen Fall demnächst irgendwo hören will:
„Halt Dich / an diesen Preisen fest!“

Harald Schmidt (demnächst „Traumschiff“) oder Arne Feldhusen (Stromberg) stehen da allerdings schon auf einem ganz anderen Blatt… kapier ich nicht, ist mir zu hoch, die bräuchten das Geld nicht & hätten´s auch sonst in keiner Weise nötig: links & rechts eins hinter ihre komischen Querdenker-Löffel dafür. Dann ohne Abendessen ab ins Bett & morgen - noch vor dem Frühstück - als erstes einen mindestens 30seitigen Besinnungsaufsatz zum Thema „Status, Verantwortung & Wertedebatte“.

Ansonsten: sind Sie zufällig Ein-Euro-Jobber, Müllmann oder Kassiererin bei Aldi? Fällt Ihnen die Decke auf den Kopf? Machen Sie sich nichts draus: Ihre Existenz ist jedenfalls um ein 100faches sinnvoller als die von chronisch voll- & saukrass überbezahlten Paddelköppen in den Werbeetagen der Sony, des Mediamarktes oder Kempertrautmann (wie z.B. deren Chefberater Boris Malvinski). Und sich vorzustellen, wie diese jungdebilen Knallchargen sich gegenseitig zu der Kampagne beglückwünschen bzw. sich selbst als diejenigen abfeiern, die - à la Werbung ist Kunst (Schirner) - den König von Deutschland letztendlich seiner effektivsten & gültigsten Präsentationsform zugeführt haben, bringt mich geradewegs auf ein Zitat vom guten alten Lou Reed, das mir eh schon seit ein paar Minuten im Kopf herumspukt. Ich übergebe:

„STICK A FORK IN THEIR ASS
AND TURN THEM OVER,
THEY´RE DONE.“*

Danke.

*(New York: Last Great American Whale)

Saubillich…

December 18th, 2006 - 9 Kommentare

Kleiner vorweihnachtlicher Scherz am Rande des Wunschzettels für den Grabbeltisch: welche supercleveren Werbestrategen auch immer auf die glorreiche Idee gekommen sind, ausgerechnet den nicht mehr befragbaren Rio Reiser für ihre geizgeile Mediamarkt-Scheisse zu verbraten: irgendein durchgeknallter Dschihadist mit Sehnsucht nach 72 Jungfrauen möge einen Wimpernschlag vor Erfüllung seiner apokalyptischen Träume nicht weiter als ein paar Schritte von ihnen entfernt sein.

Und für den Rest des ihnen servil zuarbeitenden Umfeldes aus windelweich gepamperten Nulllösungs-Creativlingen, schmierlappigen Schweinepriestern & auch sonst in so gut wie jeder Beziehung prekär sinnlosen Existenzen, die alle „kein Problem damit“ hatten: schwere seelische Krisen, Depressionen, Psychosen! Und falls zu doof dafür (wovon vermutlich auszugehen ist):

schlechtes Koks, burn out syndrome, chronische Stressmigräne, Herzrasen, Bluthochdruck, Trinitus, ADS, weisse Mäuse, Demenz, Arschkrebs, Einbrecher, Dieter Bohlen, Klaustrophobie, Agoraphobie, überhaupt Phobien, Panflöten, Midlifecrisis, Steuerprüfungen, Unterhaltsklagen, Hämorriden, verzogene Blagen, Alzheimer. Das alles jedenfalls & noch viel mehr. Hehe.

Die Neue (!!!!!!!)…

December 5th, 2006 - 2 Kommentare

CoverQuasi

erscheint zwar offiziell erst am 12.01.07, aber wer will, kann sie ab sofort bei Buschfunk bestellen (www.buschfunk.com - oder 030/44713830 oder 030/44651100 -). Sie ist bereits dort & lieferbar.

Betitelt ist´s Dziuks Küche Live im Quasimodo, & es handelt sich dabei um 10 bereits bekannte Songs, mitgeschnitten am 30.6. bzw. 1.7.06 im (wie bereits mit dem Titel angedeutet) Berliner Quasimodo. Und ein wenig nachbearbeitet in Dziuks Laboratorium mithilfe eines 5ten Mannes, der nicht genannt sein möchte. Gut, lassen wir ihm das. Vielleicht kriegt man ihn ja demnächst dennoch zumindest mal auf die Bühne.
Was gäb´s sonst noch? Vielleicht, daß Hans Rohe z.B. manchmal spielte, als wolle er einen Zug zum Entgleisen bringen. Oder daß am Ende einer irgendwie überirdisch gesungenen Version von Flachland man ein paar Momente lang von irgendwoher die Glocken läuten hört. Kein Trick, jedenfalls das nicht. Dann eine ziemlich risikoreiche 8-Minuten-Version von „Zu Alt“, mit Hans´ legendärem Rap bzw. Kulle Dziuk & Moe Jaksch in Hochform, gefolgt von einer ziemlich schräg daherdampfenden Kollektivimprovisation, bei der vor allem der Spielwitz sämtlicher Beteiligter nochmal sehr plastisch (kann man fast reinbeissen) um die Ecke walzt.

Darüberhinaus hat man angebaut: Ausser Dziuks Küche gibt´s jetzt auch Dziuks Südbalkon, ein Trio mit Danny Dziuk & den beiden bayrischen Musikern Georg Spindler & Köpf.
Besonders wertvoll für den innerdeutsch-kulturellen Dialog, da eindeutig weisswurschtgrenze-überschreitend, sprachlich als auch musikalisch. Wer also die Föderalismusdebatte ernst nimmt, der kommt um dieses Trio nicht mehr herum. Ein paar andere bzw. Schlauere aber vielleicht auch nicht.
Zwei schöne Beispiele dafür (bzw. neue Songs, die am 3.09.06 auch live eingespielt wurden, allerdings ohne Publikum bzw. in Stoppoks unglaublichem Wohnzimmer in der Nähe des
Ammersees) gibt´s am Ende besagten Machwerks.

Trackliste:

(Dziuks Küche:)

1 Fenster fremder Leute
2 Flachland
3 Wenn 2 (zueinander passen)
4 Das war nicht der Hund
5 Lustiger Quatsch
6 Fisch & Pfeifen
7 Überwintern
8 Geh zu deinem Lover, Liebling
9 Kopf & Herz
10 Zu alt

(Dziuks Südbalkon:)

11 Schon schön #1
12 Des iss ja des!

Dota Kehr. Kleingeldprinzessin.

November 14th, 2006 - 2 Kommentare

Nach soviel Eigenwerbung beim letzten Mal - als Ausgleich sozusagen - Fremdwerbung. Kam so, daß jemand mich fragte, ob´s nicht irgendwas an deutschsprachigen Veröffentlichungen der letzten Zeit gäbe, über das ich gerne schreiben würde. Ich sagte: klar, Dota Kehr. Die Kleingeldprinzessin. Hat ne neue Platte raus namens „Immer nur Rosinen“, an der´s - klar - vielleicht auch ein paar Kleinigkeiten zu mäkeln gäbe, aber wer wird schon allzu spitzfindig werden, wenn das Gesamtbild geradezu nach einer kleinen Hymne schreit.
Alleine schon aus Freude darüber, im „Kampf der Kulturen“ (grrrrrrr!) mal wieder jemanden gefunden zu haben, bei der man auch ohne Gewissensbisse denken darf: ja, so geht das auch, so kann man das machen. Passiert ja selten genug. Here we go:
Weiterlesen, hier »

Video „Das war nicht der Hund“

September 4th, 2006 - 1 Kommentar

Jetzt endlich für jedermann frei zugänglich: das 03 gedrehte Video „Das war nicht der Hund“ (Regie: Joachim Thommes)


Beschreibung:

(1) Danny Dziuk hier ausnahmsweise mal als Pädagoge, der absolut anschaulich & allgemeinverständlich - unter Zuhilfenahme seines Kampfhundliedes „Das war nicht der Hund“ - nicht nur ein für allemal die wahre Beziehung zwischen „Kampfhund & Kampfhundbesitzer“ tiefenpsychologisch final klärt, sondern auch (dechiffrierbarer Subtext) quasi substantiell neue Aspekte zur Dialektik von „Herr und Knecht“ (Hegel, Adorno, Beckett) beizutragen weiss (Philosophiestudenten der sog. „Hamburger Schule“ werden sofort schnallen, wovon hier die Rede ist; alle anderen ein bißchen früher), dabei jedoch auch die politische Dimension (Alexander Kluge, Oskar Negt, Klaus Staeck u.a.) der damit konkret (Hermann L. Gremliza u.a.) zusammen hängenden Täter-Opfer-Problematik (Arno Gruen) keineswegs unterschlägt. Klar soweit?

(2) Auch gibt es überraschende kritische Querverweise zur sog. „Esoterikszene“ (Diedrichsen, Sloterdijk, Kubitschek u.a.): denn was haben gerade die doofsten Kampfhundbesitzer mit besonders selbstherrlichen sog. „Esoterikern“ (Diedrichsen, Sloterdijk, Kubitschek u.a.) gemeinsam? Die Botschaft nämlich, daß man immer & grundsätzlich an allem & jedem selber schuld ist (einzige Ausnahmen bzw. Interpretationshoheit: Kampfhundbesitzer & sog. „Esoteriker“ - siehe Diedrichsen, Sloterdijk, Kubitschek u.a. ): im ersteren Fall natürlich, von der verzogenen bzw. verwirrten Töle gebissen zu werden. Im zweiteren darüberhinaus auch noch an allem übrigen. Nicht zuletzt auch daran, auf besonders selbstherrliche sog. „Esoteriker“ (Diedrichsen, Sloterdijk, Kubitschek u.a.) hereinzufallen. Wie z.B. Thorwald Dethlefsen, der - abgesehen davon, daß er mittlerweile völlig durchgeknallt ist bzw. sich selber für sowas wie den direkten Empfänger der Botschaften Gottes hält, die er dann selbstverständlich nur für atemberaubende Beträge an ausgewählte Personen (richtet sich nach den Beträgen*) weitergibt - (also wie z.B. Thorwald Dethlefsen, der) Ende des letzten Millenniums in diesem Sinne quasi richtungsweisende Bestseller schrob mit Titeln wie „Krankheit als Weg“ oder „Schicksal als Chance“ - wobei Herr Dziuk noch einen draufsetzt bzw. als nächsten Titel vorschlägt oder wahlweise auch vorhersieht bzw. bündig zusammenfasst: „Brot als Belag“.

(3) All das & „noch viel mehr“ (Rio Reiser) in unglaublichen & läppisch knappen 5 Minuten, mit anderen Worten: mehr Effizienz (& kostenlose (!) Bildung) geht nicht. Also: sofort angucken!

Index (nach Absätzen):

Adorno, Theodor W. - 1
Beckett, Samuel - 1
Bildung, kostenlose (!) - 3
Dethlefsen, Thorwald - 2
Diedrichsen, Dietrich - 2
Dimension, politische - 1
Esoteriker, „sogenannte“ (siehe Esoterikszene, „sogenannte“)
Esoterikszene, „sogenannte“ - 2
Gremliza, Hermann L. - 1
Gruen, Arno - 1
Friedman, Kinky - *
Hegel, Georg Wilhelm Friedrich - 1
Kluge, Alexander - 1
Kubitschek, Maria - 2
Negt, Oskar - 1
Millennium, letztes - 2
Reiser, Rio - 3
Töle, verzogene bzw. verwirrte - 2
Schule, „Hamburger“ - 1
Subtext (dechiffrierbar) - 1
Sloterdijk, Peter - 2
Staeck, Klaus - 1

Nachbars Bully

August 6th, 2006 - Kein Kommentar

Obwohl ich mir neulich selbst halbwegs versprochen hatte, möglichst keiner “Tagespolitik” (whatever that is) mehr hinterherzuhecheln, hier (hoffe ich, doch das kann täuschen) doch noch eine letzte Ausnahme. Zum nahen Osten. In diesem Fall ein Dylan-Text aus den frühen 80ern (ungefähr zur Zeit des Libanonkrieges bzw. des seitens der israelischen Armee geduldeten Massakers von christlichen Milizen in den palästinensischen Flüchtlingslagern Sabra und Shatila), verrückterweise aus einem Album namens “Infidels” (auch das noch). Er beschreibt - zumindest teilweise - die Grundsituation der Israelis, von der ich hoffe, dafl sie dieser Tage zumindest ein paar Leute mit auf dem Schirm behalten. Weiterlesen, hier »