So war’s in der Karibik

Na schön. Also wie war’s in der Karibik ? – Um mit dem Wichtigsten anzufangen (der Musik halt): das wird eine ziemlich bunte Mischung aus hartem Rock bis hin zu Lounge Jazz, zwischendurch Raggae, Calypso & sogar van Morrison-artige Balladen. Und vorrausgesetzt, dass einem das Rock’n Roll-Genre nicht von vornherein auf den Keks geht, wird’s eine ziemlich gute Platte werden bzw. eine schwer zu schlagende Live-Band. Soviel ist mal sicher.

Über Jerrys Qualitäten als Schreiber & Sänger möchte ich hier nur noch hinzufügen, das Joe Strummer dessen letzte Platte (& die hier wird besser) offenbar mochte. Kann man sich mehr wünschen (ausser natürlich, dass er noch lebte) ?

Mit welchem – wo wir gerade dabei sind – auch der Gitarrist der Band letztes Jahr herumzog. Mit sowas würde ich auch angeben (bzw. tue ich das ja gerade). Ansonsten Chef des Eric Mc Fadden-Trios, das einiges Ansehen in der subkulturellen Westcoast-Szene geniessen soll.

Des weiteren hätten wir da Wally Ingram, der schlicht so gut ist, dass er eingesperrt gehört (und dass er mit auch Taj Mahal schon auf Tour war bzw. mit Seiner Admiralität Himself Herrn Dylan drei Zigaretten geraucht hat, gab mir dann selbstverständlich erstmal vollends den Rest).

Und last not least der Bassist & Produzent (Dave Schools), eine Samson-aus-der-Muppets-Show-ähnliche Gestalt, von dem jemand gesagt haben soll: “Wenn der nicht Bass spielen würde, wäre er ein Massenmörder.” Da könnte was dran sein. Ausserdem Chomsky-Fan & Besitzer einer beachtlichen Anzahl von Bill Hicks-Videos (Lieblings-Comedian von Tom Waits) sowie eines wunderschönen Big Pink-ähnlichen Holzhauses unter Pinien bei Athens (Georgia), wo wir die ersten beiden Tage probten.

Danach ging’s in die berüchtigten Compass Point Studios von Nassau, wo ich – um’s quasi symbolisch für alle weiteren uns dort erwartenden Superlativen ganz kurz zu machen – auf demselben Klo sass wie David Bowie. “Aber nicht zur selben Zeit”, wie intelligenterweise vorgestern ein Kumpel von Moe anmerkte. Und Klavier übte ich neben einer eigens für Mick Jagger gebauten Gesangkabine (natürlich nicht, während er dort sang… ausserdem sah die aus wie aus dem Bauhaus). Undsoweiter.

Jedenfalls nahmen wir dort in 10 Tagen 12 Songs auf, die jetzt gerade von John Keane (u.a. R.E.M.) gemischt werden & unter dem Bandnamen The Stockholm Syndrome vermutlich am 3. Mai zunächst in Europa veröffentlicht werden (in Amiland ein bisschen später, Tourdaten siehe Ulftone.de, demnächst).

Na schön. Und was das jetzt alles für mich bedeutet ? Ein schönes Seitenthema… d.h. mein eigenes Zeugs steht natürlich (wie auch nicht… denn damit verbringe ich ja ganz eindeutig nach wie vor die meiste Zeit, da kann ich gar nicht anders) an erster Stelle & im Moment arbeiten wir an der neuen Platte. Da wir aber leider nicht so bekannt sind, dass auch nur einer von uns (z.B. ich) von Dziuks Küche leben könnte, müssen wir sowieso (z.B. ich) auch noch andere Dinge tun.

Und insofern trifft es sich doch ganz gut. Und so sehr ich auch die deutsche Sprache brauche (als eindeutig tiefste oder beste meiner Ausdrucksmöglichkeiten), hat mich doch seit längerem etwas genervt (& darum beneide ich z.B. die 17 Hippies), dass man dadurch eben auch so gut wie nie über – sagen wir – Österreich oder die Schweiz hinauskommt. Und ich glaub nicht, dass es in Deutschland eine Autobahnraststätte gibt, die ich noch nicht kenne.
Hinzu kommt, dass viel von der Musik, mit der ich mich mittlerweile (leider? Kein einfaches Thema… ) mehr beschäftige als z.B. mit der deutschen Klassik, auch mit so einer Band zu tun hat. Die wissen, wo das Zeug herkommt, das sie spielen. Und es gibt kaum eine Möglichkeit, dieser Sorte hier so nahe zu kommen. Und vielleicht lern ich ja noch dazu. Sozusagen eine once-in-a-lifetime-Gelegenheit, das alles zu vertiefen & ausserdem ein bisschen um den Globus zu kommen. Warum also nicht ?

Zumindest so lange, wie sich an der Dziuks Küche-Situation nicht grossartig was ändert. Was natürlich im Bereich des Möglichen liegt, wenn ich z.B. übermorgen einen richtig guten Abend erwische. Niemand verliert dabei, und wenn Anfang September unsere Platte rauskommt, werd ich mit Sicherheit alles annehmen, was sich an Auftrittsmöglichkeiten bietet. Fair enough ? Und bringt ein paar Freunde mit. -

Was Stoppok angeht: ja, ich würde ganz gern mal wieder was mit ihm machen. Und es sieht ganz so aus, als wär’s auch umgekehrt der Fall. Aber sehr viel konkreter ist das alles im Moment nicht. Und ich weiss auch nicht, wieviel Zeit dieses Jahr noch bleiben wird. -
Und auch zu Lemmy ist nicht viel mehr zu sagen, als dass ich Anfang Januar einen Anruf bekam, ob nicht am nächsten Tag ein bisschen Klavier für ihn spielen könnte. Und ich hatte absolut keine Zeit. Also sagte ich, klar ginge das… allerdings erst ab 12 Uhr nachts (klar, ging das)… und so sass ich da plötzlich am Klavier… dann war der Song vorbei & Lemmy sagte “I like it.”
“Will you spell my name right ?” fragte ich. “If you write it down for me.” Das tat ich. Der Song heisst “It Don’t Matter To Me”. Und ob es das tut. Falls der Song mal jemandem über den Weg läuft.

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